Naturschutz

Kreis Wesel: Hilfe für den Feuersalamander

Scheu ist er, streng geschützt – und von einem tödlichen Pilz bedroht: Der Feuersalamander. Der Kreis Wesel will nun sein Vorkommen am Hünxer FFH-Gebiet Steinbach untersuchen.

Scheu ist er, streng geschützt – und von einem tödlichen Pilz bedroht: Der Feuersalamander. Der Kreis Wesel will nun sein Vorkommen am Hünxer FFH-Gebiet Steinbach untersuchen.

Foto: Wolfgang Thieme / picture alliance / dpa

Hünxe.  Feuersalamander und die Zweigestreifte Quelljungfer – eine Libelle – sind bedroht. Der Kreis Wesel unterstützt ein Naturschutzprojekt in Hünxe.

Ist der Feuersalamander noch zu retten? Ein todbringender Pilz bedroht den Bestand, vor rund zehn Jahren aus Asien eingeschleppt. In seiner jüngsten Sitzung hat der Umwelt- und Planungsausschuss gut 3000 Euro Naturschutzmittel für das Projekt „Feuersalamander und Quelljungfer“ im Europäischen Naturschutzgebiet (FFH) Steinbach in Hünxe freigegeben.

Die SPD-Fraktion hatte den Punkt auf die Tagesordnung setzen lassen, sie befürchtet, dass der Feuersalamander aussterben könnte. Der eingeschleppte Pilz könne zu Totalverlusten lokaler Populationen führen, ursprünglich in Belgien, den Niederlanden und in der Eifel nachgewiesen, bereite er sich weiter aus.

Der Pilz „Batrachochytrium salamandrivorans“, als „Bsal“ abgekürzt, befällt die Haut der Amphibien, das lebenswichtige Atmungsorgan. In ihrer Folge sterben die ohnehin schon seltenen Feuersalamander, laut Verwaltungsbericht sind bereits erhebliche Bestandseinbrüche landes- und bundesweit zu beklagen, auch in den Nachbarländern grassiert der Pilz.

Molche und andere Amphibien sind widerstandsfähiger gegen den Pilz

Während die Feuersalamander daran sterben, befalle die Infektion auch die heimischen Molcharten und andere Amphibien, doch der „Bsal“ bringt sie nicht unbedingt gleich um.

Nun soll herausgefunden werden, wie es um die Feuersalamander am Steinbach bestellt ist, alle erwachsenen Tiere und Larven werden erfasst. Hautabstriche sollen klären, ob die Tiere erkrankt sind, das Bundesamt für Naturschutz forscht in dieser Sache.

Zudem sollen seine Lebensräume optimiert werden, der Bach und der umliegende Laubwald, ein Teil soll für eine spätere Umsetzung der Tiere neu entwickelt werden. Ob der Feuersalamander zu retten ist, scheint derzeit in der Fachwelt unklar.

Zweites einheimisches Lebewesen, das von dem Beschluss profitieren soll, ist die Zweigestreifte Quelljungfer, eine selten Libellenart. Wie der Feuersalamander ist sie auf ökologisch intakte Bäche angewiesen.

Solche wie den Steinbach, der laut Verwaltung in NRW als bedeutendes Referenzgewässer für den Typ „naturnaher, kiesgeprägter sommertrockener Tieflandsbach“ gilt. Die Libellenart ist landesweit in ihrem Bestand gefährdet, im Tiefland sogar stark.

Lebensraum der Quelljungfer noch besser gestalten

In einem zweiten Projektbaustein nach der Bestandsaufnahme des Salamanders soll auch der Bestand der Zweigestreiften Quelljungfer erfasst werden, außerdem die für diese Libellenart notwendige Fauna entlang des Steinbachs. Schließlich soll ermittelt werden, was noch getan werden müsste, um den Bestand aller Libellen hier zu stabilisieren.

Der Kreisumweltausschuss war sich einig darin, Geld für dieses Projekt in die Hand zu nehmen. Für Widerspruch der Grünen sorgte aber das Vorhaben, dass der Kreis die Hälfte der benötigten rund 6000 Euro trägt, die andere übernimmt die Ton-Stiftung Nottenkämper. Mit letzterer wollten die Grünen nicht mehr zusammenarbeiten, fanden aber keine Mehrheit mit ihrer Auffassung.

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