Wählergemeinschaft

Kreis Wesel: Martin Kuster (VWG) tritt nicht erneut an

Der Lokalpolitiker Martin Kuster (VWG) von der VWG/FDP Kreistagsfraktion macht seine Ankündigung wahr: Er zieht sich aus seinen politischen Ämtern zurück.

Der Lokalpolitiker Martin Kuster (VWG) von der VWG/FDP Kreistagsfraktion macht seine Ankündigung wahr: Er zieht sich aus seinen politischen Ämtern zurück.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Kreis Wesel.  Drei spannende Legislaturperioden hat Martin Kuster (VWG) erlebt. Jetzt macht er Schluss – und zieht Bilanz.

15 Jahre sitzt Martin Kuster nun für die VWG im Kreistag, den ersten Wahlabend im Kreishaus wird er nicht vergessen: „Alle Fraktionschefs kamen auf uns zu, alle boten ihre Zusammenarbeit an.“

Erst am nächsten Tag hatte der Neuling begriffen: Die VWG, Kuster und Marianne Meylahn, war das Zünglein an der Waage. Heute, zwei Legislaturperioden weiter, zieht er einen Schlussstrich: „Ich habe das gleich nach der letzten Wahl angekündigt. Rechtzeitig, damit jemand gefunden werden kann, es soll ja nach mir weiter gehen“, sagt der 46-Jährige. Ein Generationenwechsel müsse her.

Spannende fünf Jahre mit dem Bündnis

Obwohl: Die vergangenen fünf Jahre seien die spannendsten gewesen, „wir hatten so viel zu sagen wie noch nie“. In der gemeinsamen Fraktion mit der FDP, in der Kooperation mit CDU und Grünen, war die VWG – nur durch Kuster vertreten – Teil der Kreistagsmehrheit.

Klar seien diesem Bündnis interne Diskussionen vorausgegangen. „Es gab Skepsis“, sagt Kuster, die Wählergemeinschaften wollten ihre Unabhängigkeit nicht aufgeben. „Unsere Chance war das breite Bündnis mit vier politischen Gruppen“, sagt Kuster. „Hier können wir unabhängig mitwirken und unseren Zielen näher kommen.“

Wie sieht die politische Bilanz nach 15 Jahren im Kreistag aus? „Ein großes Projekt war die Familienkarte.“ Die ist eingeführt. „Sie muss unbedingt noch digitalisiert werden“, sagt Kuster. Denn noch ist die Legislaturperiode nicht vorbei, die Karte soll per App zu haben sein.

Der Kreis Wesel ist digital schwach aufgestellt

Digitalisierung ist ein weiteres großes Thema, „das ist kein Steckenpferd des Landrats“, sagt Kuster. Er kritisiert die schlechte Homepage des Kreises Wesel. „Man muss hier Anträge stellen können“, statt dessen biete der Kreis nur Mindeststandards im Netz.

Der Haushalt des Kreises sei in den vergangenen fünf Jahren unter der Mehrheit der Kooperation kommunenfreundlicher geworden, sagt Kuster zufrieden, und zwar ohne Entlassungen. „Es reicht ja, wenn nicht jährlich 15 neue Stellen geschaffen werden.“

Aktuell sind VWG und ihre Fraktionspartner von der FDP davon überzeugt, dass es einen Nachtragshaushalt geben muss – sie waren gegen den Doppelhaushalt 2019/2020.

Die Kolpingfamilie steht jetzt im Mittelpunkt

Für die Wählergemeinschaft Voerde wird er Wahlkampf ziehen, vom Vorstand verabschiedet er sich aber. Und für den Rat will der Berufskollegslehrer nicht kandidieren. Aktuell engagiert er sich für die Kolpingsfamilie Voerde, deren neuer Vorsitzender er ist. Die Wählergemeinschaften, die meisten haben sich vor rund 20 Jahren gegründet, stehen vor einem Generationenwechsel. Ob der gelingt, sei unklar, in Hünxe beispielsweise sei das nicht gelungen, auch in Kamp-Lintfort nicht. „Manche Wählergemeinschaften bilden sich neu, andere lösen sich auf“, sagt Kuster. Für die VWG, die deren Stimme im Kreistag ist, sei das schwierig, aber auch spannend.

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