Wahlen Kreis Wesel

Landratswahl: Sascha Wagner (Linke) will Armut bekämpfen

Sascha H. Wagner ist von den Linken  als Landratskandidat aufgestellt worden.

Sascha H. Wagner ist von den Linken als Landratskandidat aufgestellt worden.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Im Kreis Wesel wird der Landrat gewählt. Die NRZ hat den Kandidaten drei Fragen gestellt. Das sind die Antworten von Sascha Wagner (Die Linke).

Person: Sascha H. Wagner, 40 Jahre, ledig. Geboren und aufgewachsen in Essen. Seit 2005 lebe ich in Dinslaken. Gelernter Kranken-und Gesundheitspfleger, später dann persönlicher Referent des Fraktionsvorsitzenden der Linken im NRW-Landtag, seit 2012 Landesgeschäftsführer der Linken NRW.

Prioritäten: Wenn ich Landrat bin, werde ich als Erstes… ein Fest veranstalten, weil ich der erste Linke Landrat im Westen wäre. Aber um es inhaltlich zu sagen: als Erstes würde ich die Rekommunalisierung des öffentlichen Personennahverkehrs vorantreiben, einen besseren Klimaschutz umsetzen und mich für mehr Personal in der Kreisverwaltung einsetzen und alle Kürzungsbeschlüsse der Jamaika-Kooperation zurücknehmen. Sowie einen interkommunalen Aktionsplan für die Bekämpfung der Kinderarmut im Kreis Wesel initiieren (20 % der Menschen im Kreis Wesel sind direkt oder indirekt von Armut betroffen).

Perspektiven: Der ÖPNV im Kreis Wesel soll in Zukunft… rekommunalisiert eine echte Verbesserung für die Menschen im Kreis Wesel sein. Ein kreisweites Nachtbussystem an den Wochenenden muss ebenso eingeführt werden wie ein umfangreicheres Angebot gerade an den Wochenenden und nach 20 Uhr.

Ich selbst bin auf den ÖPNV angewiesen und erlebe immer wieder, bestimmte Termine im Kreis Wesel gar nicht wahrnehmen zu können, weil es keine adäquate ÖPNV-Anbindung gibt. Nicht wenige Bürger müssen, so beobachte ich es immer wieder, kulturelle, sportliche oder politische Veranstaltungen vor deren Ende verlassen, um noch mit dem ÖPNV nach Hause zu kommen.

Ohne einen deutlichen Ausbau das Angebots werden Menschen nicht dazu bewegt werden können, vom Auto auf den ÖPNV umzusteigen. Notwendig ist ein politisches Umdenken für eine radikale Verkehrswende, die auch das Klima schont. Denn es gilt: Ein starker ÖPNV ist ein wichtigerer Standortfaktor als ein weiterer Autobahnanschluss.

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