Die Flugtage am Rhein

Kunstflüge und vieles mehr am blauen Weseler Himmel

Spektakuläre Manöver bei den Flugtagen am Flugplatz Römerwardt,

Spektakuläre Manöver bei den Flugtagen am Flugplatz Römerwardt,

Foto: Gerd Hermann / FFS FUNKE Foto Services

Wesel.  Die Luftsportfreunde Wesel-Rheinhausen laden alle zwei Jahre zu den Weseler Flugtagen ein. Hier kann man alle Facetten des Luftsport bewundern.

Schon aus der Ferne ist die Kraft der Maschine zu spüren. Der Pilot hat den Schubhebel umgelegt und der 457 PS-starke Motor lässt seine Muskeln spielen. Mit lautem Donnern rumpelt die Broussard, eine alte französische Militärmaschine, über das Flugfeld an uns vorbei, dass es einem im Bauch kribbelt. Augenblicke später hebt sie ab und das tiefe Bassdröhnen lässt immer noch den Boden vibrieren; sie ist zu einem Rundflug über Wesel und Xanten gestartet.

Bei herrlichem Spätsommerwetter haben die Flugtage Wesel gelockt und alle sind sie gekommen: historische Maschinen, wie zum Beispiel Doppeldecker, alte Agrarflugzeuge und Warbirds, Hubschrauber und Ultraleichtflugzeuge ebenso wie die Segelflieger, die hier auf der Römerwardt ihr Zuhause haben. Ebenso sind diesmal die Modellflieger dabei, aber dazu gleich mehr.

Die Antonov sagt leider kurzfristig ab

Alle sind gekommen? Leider nein, eine der Hauptattraktionen auf solchen Flugtagen, die russische Antonov, der größte Doppeldecker der Welt, hat laut Veranstaltungsleiter Volker Schiemann „leider ganz, ganz kurzfristig abgesagt.“ Schiemann macht hier auch den Conférencier, der mit dem Mikrophon in der Hand den interessierten Zuschauern die ganz am Rand des Flugfeldes geparkten Flugzeuge vorstellt, Informationen zu den Rundflügen gibt und launig die Flugakrobatik der Modellflieger kommentiert.

Wer meint, hier seien lediglich ein paar Fertigmodelle zu sehen, wird überrascht sein, was passionierte „Flugzeugschrauber“ so alles fertigen können: Düsenkampfjets, Kunstflugmaschinen und sogar ein Airbus mit vier Strahltriebwerken und mehreren Metern Flügelspannweite. „In solchen Modellen stecken bis zu 800 Stunden Arbeit und entsprechende Kosten“, sagt einer der Modellflieger.

„Auf diesen alle zwei Jahre stattfindenden Flugtagen wollen wir alle Facetten des Luftsports zeigen, eben die Motormaschinen, den Segelflug und sogar die Fallschirmspringer“, sagt Schiemann. Sein dort ansässiger Verein, die „Luftsportfreunde Wesel-Rheinhausen“, sei auf zwei Dinge besonders stolz.

Es ist ein eher junger Verein

Zum einen sei man entgegen dem bundesweiten Trend ein vom Altersschnitt her eher junger Verein. „Wir haben viele Jugendliche und junge Erwachsene, während in den meisten anderen Vereinen der Altersdurchschnitt wesentlich höher ist.“ Die andere Besonderheit kommt in Person der jungen Karolin Klomps (die NRZ berichtete ausführlich) daher. „Wir sind stolz, mit ihr die jüngste Segelfluglehrerin Deutschlands zu haben. Da man ab dem Alter von 14 Jahren mit dem Segelflugunterricht beginnen darf, und wir einige so junge Schüler haben, kann sie mit ihren jungen 20 Jahren ganz anders auf sie eingehen als wir Älteren“, so Schiemann.

Auch das Drumherum an diesen Flugtagen kann sich sehen lassen: mit Kuchen- und Waffelständen, Grills und Getränkewagen ist reichlich für das leibliche Wohl gesorgt, eine große Tombola mit tollen Preisen und Verkaufspavillons für Modellfliegerei, ebenso wie ein buntes Kinderprogramm. Das Wetter bescherte den Flugtagen gute Besuchszahlen.

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