Lebemann Life und Gevatter Tod

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Wesel. Am Sonntag stand das Theater-Duett „MÄ“ auf der Bühne des Flürener Restaurants Art. In ihrem Stück „Seitenwechsel – es geht um Tod und Leben“ vermischten Ändi Hußmann und Michael Weier humoristische, skurrile und nachdenkliche Töne zum Thema Leben und Sterben.

Dabei schlüpften die beiden in verschiedene Rollen. Da konnten die Zuschauer im ausverkauften Saal den Lebemann Leif (oder auch Life) beobachten, der sich fröhlich mit einem Totenschädel auf einer Parkbank unterhielt und Zitate über das Leben rezitierte. Auch Gevatter Tod kam zu Besuch und beklagte sich über die schlechten Arbeitszeiten, machte jedoch deutlich, dass es ohne seine Arbeit „unangenehm voll wäre auf der schönen Erde“.

Diese klassischen Theaterabschnitte wurden dabei immer wieder von zwei Sargträgern unterbrochen, die beim Einmarsch zusammen mit hilfsbereiten Zuschauern einen Sarg auf die Bühne trugen. Dort erzählten sie lustige Anekdoten aus ihrem Arbeitsalltag, während sie an ihren Flachmännern nuckelten und den Sarg als Sitzgelegenheit missbrauchten. Doch damit nicht genug. Es wurden Gedichte über Tod und Leben vorgetragen, Witze erzählt und skurrile Grabinschriften gezeigt. Dabei erschlossen sich einem die Figuren und Verbindungen erst mit der Zeit.

„Das war gewöhnungsbedürftig. Da musste ich mich erst einmal drauf einstellen. Dann war es gut“, sagte Werner Meyer aus dem Publikum. Ähnlich sah es auch Petronella Lerch: „Die Verbindung aus Witzen und Zitaten finde ich gut. Doch es ist schwer, dem Tod humoristische Seiten abzugewinnen.“

Loriot und Coco Chanel

Neben dem ewigen Hin und Her über Leben und Tod und zeitlosen Zitaten von Loriot, van Gogh oder Coco Chanel griffen die Schauspieler auch aktuelle Themen auf. Sie webten die Flüchtlingskrise, den Syrienkrieg sowie den demografischen Wandel in das Stück ein.

Musikalisch begleitet wurden sie dabei von Marius Furche, der eine beherzte Mischung aus Trauerklängen und lustigen Melodien wie „Always look on the bright side of life“ spielte.

Die experimentelle Aufführung stand damit ganz im Zeichen des Spielortes – im Restaurant Art ist der Name Programm. Dies ist Susanne Lemke wichtig, denn sie will „nicht nur ein Restaurant, sondern auch ein Kulturzentrum“ etablieren. Zusammen mit ihrem Mann Uwe schafft sie es immer wieder, hochkarätige Künstler, Schauspieler und Comedians zur Zusammenarbeit zu bewegen. Am Sonntag gab es für die Zuschauer in der Pause Tapas-Teller und Wein, bei dem engagiert über das Stück diskutiert werden konnte.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben