Krankheit

Lebensmut trotz Brustkrebs: Informationstag in Wesel

Ein Blick von oben in die Empfangshalle des Welcome-Hotels in Wesel, wo der Brustkrebsinformationstag stattfand.

Ein Blick von oben in die Empfangshalle des Welcome-Hotels in Wesel, wo der Brustkrebsinformationstag stattfand.

Foto: Arnulf Stoffel

Wesel.   Der Brustkrebsinformationstag am Sonntag im Welcome Hotel in Wesel bot Frauen und ihren Partnern zahlreiche Informationen und Wellness-Pausen.

„Brustkrebs und Tod“: Zwei Begriffe, die für Erkrankte erstmal zusammen gehören. Der 14. Brustkrebsinformationstag am Sonntag, organisiert vom kooperativen Brustzentrum Wesel, wollte helfen, der Diagnose den Schrecken zu nehmen. Er sollte zeigen, was die Patientin neben der Therapie unternehmen kann, damit sie sich gut fühlt, sollte verdeutlichen, dass eine Krebserkrankung Lebenslust und Lebensfreude (auf Dauer) nicht ausschließt.

„Brustkrebs bedeutet Tod“, das waren auch die ersten Gedanken die die 57-jährige Sabine Huberts aus Wesel im letzten Jahr kurz vor Weihnachten erst einmal lähmten, als sie eine Veränderung der Brust bemerkte. Und es war Samstag. Das bedeutete: Zwei Tage warten bis sie handeln konnte. Es folgte der Gang zum Gynäkologen, der Gang ins Krankenhaus, die Mammographie, die Gewebeentnahme und wieder einige Tage warten, bis die Diagnose ‘Brustkrebs in beiden Brüsten’ Gewissheit brachte. „Man fällt in ein Loch“, erinnert sich Sabine Hubertus. Tochter Sarah ergänzt „Und die Familie gleich mit.“

Ärzte nahmen Unsicherheiten

Die Behandlung: Chemotherapie, brusterhaltende Operation und Bestrahlungen. Heute, knapp ein Jahr später sagt sie: „Mir geht es gut.“ Geholfen haben ihr dabei auch die Ärzte, die in jeder Minute für sie zur Verfügung standen, die ihr Unsicherheiten nahmen, sie aufbauten, die Familie einschlossen, betont sie. „Ich bin dankbar dafür.“

Dass auch im Kooperativen Brustzentrum bei dieser Erkrankung der Mensch mittlerweile ganzheitlich betrachtet wird, wurde im Welcome Hotel deutlich. Ein wichtiger Aspekt der Therapie – bis vor einigen Jahren noch von vielen Schulmedizinern verpönt – sei auch die Naturheilkunde. Das verdeutlichte Professor André Michael Beer in seinem Vortrag. Naturheilkunde könne auf verschiedene Art unter anderem Nebenwirkungen lindern, das Immunsystem stärken.

Durch Lebensführung Einfluss auf die Prognose nehmen

Dazu gehöre auch die Ordnungstherapie mit der Betrachtung, wie man selbst trotz dieser Erkrankung gut leben kann. Wichtig seien auch Ernährung und Bewegung. „Schon Sebastian Kneipp hat gesagt, Bewegung hilft den Krebs zu beseitigen und er ist ausgelacht worden“, so Professor Beer.

An Informationsständen erfuhren Erkrankte und betroffene Familien, wie vielfältig das Angebot ist, um wieder Lebensqualität zu erhalten. Sie entdeckten Möglichkeiten, wie man selbst durch seine Lebensführung unter Umständen Einfluss auf die Prognose nehmen kann. Egal ob es um Ernährung, Dessous, Haarersatz, Massagen, Sport, Herzkissen, Selbsthilfegruppen oder Unterstützung des Immunsystems ging: Viele Anregungen sollen helfen, den Blick auf den Sinn des Lebens und auf das Lebensglück in der Zeit der existenziellen Bedrohung positiv und auf Dauer zu verändern. Dabei wurden auch die Partner nicht vergessen, die in der Gesprächsrunde „Von Mann zu Mann“ Sorgen und Ängste besprechen konnten.

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