Dorf mit Zukunft

Loikum gewinnt mit Team-Geist und Technik

Da freuten sich die Loikumer: Im Weseler Kreishaus wurden sie zu Kreissiegern des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ gekürt. Zweiter von rechts der Sprecher der Dorfgemeinschaft, Bernhard Grota.

Da freuten sich die Loikumer: Im Weseler Kreishaus wurden sie zu Kreissiegern des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ gekürt. Zweiter von rechts der Sprecher der Dorfgemeinschaft, Bernhard Grota.

Foto: Johann Ridder WAZ FotoPool

Kreis Wesel.   Auf die richtige Technik kommt es an. Das wurde wieder einmal deutlich, als im Weseler Kreishaus die Ergebnisse des Kreiswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ vorgestellt wurden. Die Loikumer waren da besonders clever. Als Sieger sind sie erneut „Golddorf“. Bislich wurde Vierter, Ginderich Elfter.

Dass es der Hamminkelner Ortsteil Loikum in diesem Jahr mit großem Vorsprung aufs Siegerpodest schaffte, hatte neben dem geschlossenen Dorfverbund mit seinem hohen Maß an sozialer Kompetenz noch andere Gründe: „Dass Loikum energetisch autark ist und vor allem die Innovation zur Verlegung eines schnellen Internetkabels haben uns sehr beeindruckt“, begründete Günter Helbig, Vorsitzender der Bewertungskommission, die Entscheidung.

Schnelles Internet auf dem Land ist ein Dauerthema und fast überall ein Riesenproblem. Die findigen Loikumer hatten kurzerhand einen Pflug umgebaut und damit 100 Kilometer Glasfaserkabel in ihrer Heimaterde vergraben. So geht’s in doppelter Hinsicht schneller.

Bislichs Museen gewürdigt

Der zweite Platz ging in diesem Jahr an den Xantener Ortsteil Lüttingen. Dritter wurde das Dorf Veen in der Gemeinde Alpen.

Für ihre in den vergangenen zwei Jahren erweiterten und umgestalteten Museen erhielten die Bislicher einen mit 250 Euro dotierten Sonderpreis. Weitere Sonderpreise gingen an Vynen (Xanten) für den überwiegend durch Eigenleistung errichteten Luftgewehr-Schießstand, an Obermörmter (Xanten) für die Umgestaltung eines alten Trafo-Turmes und an Menzelen (Alpen) für den Erhalt der 110 Jahre alten Dorfschmiede.

Gindericher sind sauer auf die Stadt

Am Rande der Preisverleihung kam es zu Misstönen aus den Weseler Ortsteilen Bislich und Ginderich, die sich im Stich gelassen fühlen. Maria Bauer, Vorsitzende der Gindericher Landfrauen: „Die Stadt hat uns komplett hängen lassen, von dort kam gar nichts. Wir mussten allen Infos hinterher laufen. In allen anderen Ortschaften waren die Bürgermeister präsent, nur bei uns nicht.“ Ginderich kam lediglich auf Platz elf.

Der Kreis Wesel preist den Wettbewerb als weithin bekanntes Markenzeichen und Impulsgeber für die Entwicklung ländlicher Räume. Aber die Stadt Wesel habe nichts dafür übrig, so Heinrich Henrichs, Gindericher, früher Weseler Rats- und auch Kreistagsmitglied. „Die Begleitung durch die Stadt war von Anfang an gleich null“, sagt er. Als schlechte Verliererin möchte Maria Bauer indes nicht gelten: „Alle im Dorf haben super mitgemacht. Es war einfach toll.“

Alle Dörfer, die am Wettbewerb teilnahmen, erhalten je 250 Euro. Für den ersten Platz sind 1000, für den zweiten 750, für den dritten 500 Euro ausgelobt.

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