Radstrecke

Lückenschluss in der Hohen Mark

Keine Sorge: Die schmucken Römer standen gestern nur zur Feier des Tages im Wege. Fußgänger wird es hier aber auch künftig geben.

Keine Sorge: Die schmucken Römer standen gestern nur zur Feier des Tages im Wege. Fußgänger wird es hier aber auch künftig geben.

Foto: WAZ FotoPool

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Kreis Wesel. Stilechte Römer mussten am Mittwoch schon sein, außerdem Bratwurst, kühle Getränke - und Fahrräder, jede Menge Fahrräder.

Vor dem Restaurant-Hotel Hohe Mark eröffneten Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, ihre Kollegen aus Schermbeck und Hünxe, die stellvertretende Landrätin, der Regionalverband Ruhr und die Ruhr Tourismus GmbH einen weiteren Teil des Vorzeigestücks in Sachen Radtourismus: die Römer-Spuren-Schleife von Haltern über Dorsten Schermbeck, Hünxe und Wesel nach Xanten.

56 Kilometer gut ausgebauten Radweges, der in weiten Strecken, etwa im Naturpark Hohe Mark, auch von Fußgängern genutzt werden kann. Das sechs Kilometer lange Stück zwischen Drevenack und Obrighoven hat nun eine Lücke geschlossen. Idyllisch geführt entlang der alten Bahntrasse durch Drevenack direkt in den Naturpark.

Wie beinahe die gesamte Römer-Lippe-Route, zu der die Schleife gehört, war es eine schwere Geburt. Bereits 2001 hatte der Ortsverein Wesel Ost einen Radweg hier beantragt, 2007 sagte Wesel dem RVR zu, für den Unterhalt zu sorgen, so er den rund 920 000 Euro-Bau übernimmt. Naturschutz, Denkmalschutz - die Hindernisse waren vielfältig. Hünxes Bürgermeister Hermann Hansen kann ein Lied davon singen. „Das Ding hat ewig und drei Tage gedauert“, sagt er. Hünxe hat 1985 erste Gespräche geführt. 1989 gab es dann das Teilstück Drevenack-Schermbeck. Es wird nunmehr saniert.

Bevor die ganze Schleife befahrbar wird, muss im Sommer noch eine 5,5 Kilometer lange Strecke in Haltern erstellt werden, 2015 wird der Abschnitt zwischen der B 224 und der Zeche Leopold in Dorsten fertig.

Die Erwartungen an den Radweg sind hoch. Touristen soll er bringen - so wie der Ruhrtalradweg, der seit 2006 zusammen 1,25 Millionen Aufenthaltstage von Besuchern gebracht hat. 50 000 davon übernachteten, und zwar im Schnitt drei Mal, rechnete Axel Biermann, Geschäftsführer der Ruhr Tourismus GmbH, vor. Zahlen, die die Städte und Gemeinden gern hören. Die gesamte Römer-Lippe-Route startet am Hermannsdenkmal in Detmold, begleitet die Lippe von der Quelle bis zur Mündung in den Rhein und geht weiter bis Xanten. Sie wird am 26. April eröffnet: 295 Kilometer Radweg mit zwölf Schleifen - eine davon führt nun über Schermbeck und Hünxe nach Wesel.

Noch war die Römer-Spuren-Schleife nicht eröffnet, da gab es erste Probleme: Reiter haben die wassergebundene Wegdecke bereits beschädigt. Das durchlässige Material wird durch die Hufe in Mitleidenschaft gezogen.

Auch Kutschen hatten den Weg bereits genutzt. Bürgermeisterin Westkamp kündigte an, Poller anbringen zu lassen, um den Weg zu schützen.

Es handelt sich um einen kombinierten Fuß- und Radweg - er gehört den Radfahrern also nicht allein. Spaziergänger sind weiter zulässig, Reiter und motorisierte Fahrzeuge allerdings verboten.

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