Festival

Mainstream ist am Weseler Schloss Diersfordt kein Programm

Das Motion Trio trifft beim Sommerton Festival am Schloss Diersfordt auf den polnischen Pianisten Leszek Mozdzer.   

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Das Motion Trio trifft beim Sommerton Festival am Schloss Diersfordt auf den polnischen Pianisten Leszek Mozdzer.   Foto: pr

Wesel.   Das siebte Sommerton Festival hat wieder international renommierte Künstler im Programm, die ein neugieriges Publikum brauchen und auch bekommen.

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Freunde des gepflegten Mainstreams können direkt aufhören zu lesen. Denn das siebte Sommerton-Festival vom 31. August bis 2. September richtet sich an Freunde des hochklassigen Jazz und der Weltmusik, die immer wieder bereit sind, sich auf musikalische Abenteuerreisen zu begeben. Dieser Mut wird in diesem Jahr belohnt. Das Festival am Schloss Diersfordt ist in diesem Jahr gleichzeitig der Auftakt der grenzüberschreitenden „Muziek Biennale“, die in ihrem sechsten Jahr erstmals rechtsrheinisch startet. Eine Auszeichnung für die ehrenamtlichen Festivalmacher, die ohne ihre großzügigen Sponsoren und das kluge Anzapfen von Fördertöpfen nicht solche Programme auf die Beine stellen könnten.

Wie es klingt, wenn man Latinjazz mit chinesischer Musik verbindet, will der chinesische Pianist und Komponist Luo Ning, ein Senkrechtstarter des Jazz in China als erster Künstler am Freitag ab 18 Uhr zeigen, bevor das Motion Trio auf den polnischen Pianisten Leszek Mozdzer trifft. Der musikalische Leiter Wilfried Schaus-Sahm verspricht, dass das Trio mit anderer Akkordeonmusik, die man so kennt, nichts zu tun hat, sondern die Grenzen der Instrumente austesten wird.

Estische Märchen und die arabische Laute Oud

Zu einem Ausflug in den arabischen Jazz lädt Anouar Brahem mit seiner Oud, der arabischen Laute ein. Er und seine drei Mitmusiker widmen ihr Programm dem palästinensischen Dichter Mahmoud Darwisch. unter dem Titel „Astounding Eyes of Rita“. Der Samstag startet mit einer eher ungewöhnlichen Instrumentalisierung: Akkordeon, Tuba, Bass und Schlagzeug von Luciano Biondini und Lucas Niggli treffen auf das Serpent von Michel Godard. Alle beseelt von Spielfreude und Improvisationsdrang. New York, Sidney und nun Wesel: Die Sängerin und Violinistin Maarja Nuut aus Estland lädt zu einer Reise in die Welt der baltischen Märchen ein, die die Grundlage für ihr zweites Album „Une Meeles - In the Hold of a Dream“ bilden. Als alter Freund des Festivals kommt Stefano Bollani mit seinem Solo „Arrivano gli Alieni“ und bringt als Pianist „kreative Dreistigkeit und augenzwinkernde Ehrfurcht“ auf die Bühne. Ein Publikumsliebling.

Das Abschlusskonzert am Sonntag um 15 Uhr in der barocken Schlosskapelle ist ein Leckerbissen: Der international anerkannte Lautenvirtuose Rolf Lisveland hat sein Kommen zugesagt, nachdem er Fotos vom Kircheninneren gesehen hat. Der Auftritt wird garantiert ein seltenes Vergnügen.

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