Ausbildung

Mehr Interesse an Ausbildung im Handwerk im Kreis Wesel

Die Handwerkskammer ist zufrieden mit den Zahlen zum Ausbildungsstart. Trotzdem gibt es noch viele offene Stellen, auf die sich junge Leute noch bewerben können.

Foto: Sebastian Kahnert

Die Handwerkskammer ist zufrieden mit den Zahlen zum Ausbildungsstart. Trotzdem gibt es noch viele offene Stellen, auf die sich junge Leute noch bewerben können. Foto: Sebastian Kahnert

Kreis Wesel.   Start des Ausbildungsjahres: Trotz gestiegenem Interesse bleiben aktuell mehr junge Menschen im Kreis unversorgt, mehr Stellen offen.

Zum Start in das neue Ausbildungsjahr kann das Handwerk im Kreis etwas aufatmen: Über 70 junge Menschen mehr als 2016 beginnen hier in einem handwerklichen Betrieb eine Ausbildung. Bei der Agentur für Arbeit stellt sich die Situation etwas gespalten dar: Einerseits verzeichnet sie in diesem Jahr ein gestiegenes Interesse an der beruflichen Ausbildung, andererseits gibt es mehr unversorgte Bewerber (158) und mehr unbesetzte Stellen (150) als noch im Vorjahr.

Mehr Interessenten, mehr Stellen

Sabine Hanzen-Paprotta, Sprecherin der Agentur für Arbeit, betont, dass dies kein Endergebnis sei: „Da tut sich noch etwas.“ Derzeit gibt es kreisweit noch 951 offene Ausbildungsstellen. Immerhin: Mehr Betriebe boten eine Ausbildungsstelle an, mehr junge Menschen fragten auch danach. Laut Arbeitsagentur waren es mit 4045 Bewerbern 4,5 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr (3869). Gleichzeitig stieg die Zahl der angebotenen Stellen auf 2530 an (2016: 2421) – ebenfalls ein Anstieg von 4,5 Prozent. Sabine Hanzen-Paprotta spricht von einem gestiegenen Stellenwert der betrieblichen Ausbildung - „trotz weniger Schulabgängern“.

Die Kreishandwerkskammer wird im September bei der Sonderveranstaltung „Handschlag 2017“ Betriebe, Auszubildende und deren Eltern begrüßen. Stand jetzt – noch können Verträge abgeschlossen werden – werden das mindestens 70 Lehrlinge mehr als zuletzt sein. „Wir sind auf einem guten Weg die Zahlen aus dem Vorjahr zu toppen“, sagt Kreishandwerksmeister Günter Bode.

Kfz-Mechatroniker: „Traumberuf der männlichen Jugend“

Nochmal gestiegen ist die Zahl der Lehrlinge im ohnehin schon beliebten Ausbildungsgang zum Kfz-Mechatroniker – „der Traumberuf der männlichen Jugend“, so Bode. Gleiches gilt aber auch für die Ausbildungsgänge zum Friseur und zum Elektriker. Günter Bode weist darauf hin, dass der Frauenanteil in Berufsgängen wie Tischler, Elektriker, Kfz-Mechatroniker und dem Maler- und Lackierermeister in den vergangenen Jahre stetig zugenommen habe. „Die Lehrlingsbeste bei den Malern und Lackierern war zuletzt eine junge Frau“, so Bode. „Die haben ein Feeling für Farbe und Genauigkeit“, lobt der Maler- und Lackierermeister.

Kaufmann-/-frau für Büromanagement, Verkäufer/in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, medizinische/r Fachangestellte/r, Kfz-Mechatroniker – dies seien die beliebteren Ausbildungsberufe, so Sabine Hanzen-Paprotta. Auch hier gebe es noch freie Stellen, natürlich nicht in allen kreisangehörigen Städten und Gemeinden. Die Sprecherin rät, sich auch Alternativen zu überlegen, offen zu sein – beispielsweise hätten die unterschiedlichen kaufmännischen Berufe ähnliche Inhalte. „Damit vergrößert man seine Chancen.“ Junge Menschen können noch bis zum 1. September eine Ausbildung beginnen. Die Agentur für Arbeit vermittelt – in Absprache mit den Kammern – auch über den Herbst hinaus.

  • Wer noch eine Ausbildungsstelle sucht, kann sich bei der Agentur für Arbeit melden. Tipps gibt es auch hier: www.dasbringtmichweiter.de
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