Gülle-Diskussion

Modellregion Gülle - Hamminkeln ist sauer auf den Kreistag

Gülle sorgt für immer höhere Nitratwerte im Trinkwasser. Um die gleichnamige Modellregion gibt es jetzt Diskussionen in Hamminkeln.

Foto: Hauke-Christian Dittrich

Gülle sorgt für immer höhere Nitratwerte im Trinkwasser. Um die gleichnamige Modellregion gibt es jetzt Diskussionen in Hamminkeln. Foto: Hauke-Christian Dittrich

Hamminkeln.   Kreistag steht wegen mangelnder Information der Stadt und des Stadtrats in Hamminkeln in der Kritik. Auch mit den Bauern soll gesprochen werden.

Das Vorgehen des Kreistags beim Thema „Modellregion Gülle“ löste gestern während der Ratssitzung in Hamminkeln viel Kritik aus. Bürgermeister Romanski erneuerte seine Erwartungshaltung, dass Hamminkeln, die einzige betroffene Kommune im Kreis, über solche Entscheidungen informiert werden müsse. Eine Haltung, die die meisten Ratsmitglieder teilten.

Außerdem sei es doch sinnvoll, so Romanski, erst einmal inhaltlich zu diskutieren, bevor man einen Beschluss ablehne oder befürworte, wie jetzt im Kreistag geschehen. Deshalb, erläuterte er den Ratsmitgliedern, habe er den Gülle-Gipfel angeregt, bei dem er neben den betroffenen Landwirten und einem Vertreter der Wasserwerke Wittenhorst auch die Kommunalpolitik mit am Tisch sitzen sollte.

CDU sieht Spaltungsversuch des Landrats

Für CDU-Ratsherr Wiggert sah das gesamte Vorgehen im Kreis nach einem Spaltungsversuch des Landrats aus, weil die Kreistagsgrünen aus der Mehrheitskooperation von CDU, Grünen und FDP-VWG ausgeschert seien. Als er allerdings auch noch in seiner Funktion als Vorsitzender der Verbandsversammlung der Wasserwerke Wittenhorst erklärte, dass es kein Problem mit Nitratwerten im Trinkwasser gebe, erntete er Widerspruch von Johannes Flaswinkel (Grüne): „Wir haben ein Probleme mit Nitrat.“

Auch wenn die Grenzwerte noch nicht überschritten seien, stiegen sie doch immer weiter an. Und im Grundwasser seien die Nitratwerte zu hoch: „Die Menschen wollen sauberes Trinkwasser.“ Nichtsdestotrotz sei es gut, dass das Thema auf den Tisch komme. Für Silke Westerhoff war das Vorgehen im Kreis „daneben“. Mal von der nicht vorher informierten Kommunalpolitik abgesehen, sei es ein Unding, „dass nicht mit den Landwirten gesprochen wurde. Die stehen jetzt wie der Buhmann da. Das kann so nicht bleiben.“

Drei Varianten beim Hochwasserschutz stehen an

Ein weiteres Thema war wieder einmal der „Zuständigkeitsdschungel“ beim Hochwasserschutz. Laut Bürgermeister werden am Montag der Isselverband und seine Wasser- und Bodenverbände zusammenkommen, um zu entscheiden, wie es weiter geht. Drei Varianten stehen auf der Tagesordnung. Erstens: Alle Verbände nehmen den Hochwasserschutz aus ihren Satzungen und es wird ein neuer Zweckverband gegründet. Zweitens: Alle Unterverbände nehmen den Hochwasserschutz aus ihren Satzung. Nur der Isselverband verschreibt sich dem Hochwasserschutz. Dann müsste der Isselverband personell und finanziell ausgestattet werden, um als Zweckverband zu fungieren. Drittens: Alle Verbände nehmen den Hochwasserschutz in die Satzung auf, der dann vom Land gefördert wird.

Für Romanski ist letztere Variante die charmanteste, aber leider auch unwahrscheinlichste Lösung. Wie auch immer die Entscheidung ausfallen wird, für Romanski gibt beim Thema Hochwasserschutz ein „Vakuum, dass nicht gefüllt ist“. Man sei noch weit weg von Planfeststellungsverfahren und Baumaßnahmen. Aber die Satzungsentscheidung sei immerhin ein erster Schritt. Falls es zu keiner Einigung am Montag kommt, will die Verwaltung, so der einstimmige Beschluss, weitere Vorschläge zur kommenden Sitzungsperiode erarbeiten.

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