Wohnzimmerkonzerte

„Musik bei den Nachbarn“ begeistert das Publikum in Wesel

Das Saxophonquartett spielt im Wohnzimmer der Familie Schepers in Obrighoven.

Das Saxophonquartett spielt im Wohnzimmer der Familie Schepers in Obrighoven.

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Wesel.  In Wesel Obrighoven luden neun Konzerte in die Bleiben und Gärten der Bürger. Das Musikereignis erhielt großen Zuspruch von den Zuhörern.

Zu einem außergewöhnlichen Musikerereignis hatte die Katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus nach Obrighoven eingeladen. In gleich neun Wohnzimmern traten Künstler aus Wesel und der Umgebung auf. Die Idee zu „Musik bei den Nachbarn“ hatte Gabi Rademacher, die Chefin des vor 100 Jahren gegründeten und in diesem Jahr mit der Zelter-Plakette vom Bundespräsidenten ausgezeichneten Katholischen Cäcilien-Kirchenchores. Wohnzimmer-Konzerte werden hin und wieder einmal von prominenten Sängern veranstaltet, sind aber selten.

Premiere geglückt

Diese Frage stellte sich nun und gespannt war man, ob diese Vision auch in Obrighoven klappt. Es funktionierte – und wie! Überall dort, wo musiziert wurde, zeigten hängende bunte Luftballons den Weg in die „guten Stuben“. Auch Beate Schepers, die am St.-Antonius-Weg wohnt, war von dieser Idee begeistert. Sie hatte für ihre Gäste viele Stühle zurecht gerückt, Kaffee gekocht und kalte Getränke bereit gestellt. „So etwas gibt es nicht alle Tage“, meinte die gut gelaunte Dame, die einem Saxophon-Quartett die Chance gab, seine Fähigkeiten zu zeigen.

Auftritte dauerten rund 30 Minuten

Hier musizierten Uta Muth-Selbach, Heike Ruhtert, Georg Terwelp und Nicole Schillings. Ein paar Häuser weiter bei Familie Brucks spielte „Highway to Heaven“, eine kleine, aber feine Cover-Band, Country- und Rock-Songs, jedoch im großen Garten, da doch der Andrang größer war und auch das schöne Wetter mitspielte. Die Auftritte der einzelnen Musiker und Gruppen dauerten rund eine halbe Stunde. Jeder Musikliebhaber konnte sich also Zeit nehmen, sich die auf Flyern gedruckten Infos anschauen und zu drei Konzerten zu gehen. Dazwischen war genügend Zeit, mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu den einzelnen Veranstaltungsorten zu gelangen, denn diese lagen nicht weit auseinander. Die Stimmung war bei allen bestens.

Gut gelaunt sang Joe Sander mit seiner Baritonstimme Freddy Quinns Lieder zum ersten Mal. Theo und Klaus unterhielten mit Akkordeon-Musik querbeet von Walzer über Tango bis zu internationalen Volksweisen, Kunstlieder sang Hildegard Petrias, am Klavier begleitet von Antonia Langner. Das Trio Trinitus mit der Schwedin Tania, Cornelia mit niederländischen Wurzeln und Angelika aus Deutschland trat am Aaper Weg, am Piano begleitet von Marco Rohde, auf. Helga Posch, Thorsten Lacks und Rainer Jansen konnte man an der Rosenstraße antreffen. Das Duo „Big Belly Boom“ trat dieses Mal als Familientrio auf, denn Nicole Hülsmann kam als Verstärkung hinzu. Die Gruppe Dé Céadaoin zeigte, was irische Musik ist.

Auf gute Nachbarschaft!

Es war ein wunderbarer Sonntagnachmittag, der gezeigt hat, dass Musizieren keine Nachbarschaftsprobleme ergibt, sondern sogar fremde Menschen zusammen bringt. Alle Gastgeber haben sich von ihrer besten Seite gezeigt und stellten für eine Spende an die Musiker ein Sparschwein auf.

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