Konzert

Musik, direkt und handgemacht – im KuBa in Hamminkeln

Andres Swiatlowski bekannt als „Zwiebel“, sprang für den erkrankten Mathias Schüller ein.

Foto: Erwin Pottgiesser

Andres Swiatlowski bekannt als „Zwiebel“, sprang für den erkrankten Mathias Schüller ein. Foto: Erwin Pottgiesser

Hamminkeln.   Drei Künstler bestritten das zweite „Hand Picked“ im KuBa. Sie überzeugten ihr Publikum in der gemütlichen Atmosphäre.

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Drei musikalische Leckerbissen konnten die Besucher des Kulturbahnhofs (KuBa) in Hamminkeln am Freitagabend kostenfrei genießen. Bei der zweiten Veranstaltung der Reihe „Hand Picked“ stellte Rockschulen-Chef Marco Launert wieder handverlesene Singer-Songwriter vor, die ihre eigenen Stücke präsentierten und sich dabei selbst begleiteten.

Das Alter war dabei ebenso zweitrangig wie die Erfahrung. Ebenso verhielt es sich mit der Sprache: Sowohl deutsche als auch englische Songs konnten performt werden. Wichtig waren Marco Launert dabei vor Allem zwei Aspekte: „Ich möchte sehen, welche Menschen dahinter stehen. Und es sollte eine gewisse Stilvielfalt vorliegen – dem Gleichklang, den man momentan oft im Radio hört, möchten wir uns entgegenstellen.“

22-jährige Marie Angerer machte den Anfang

Um Künstler zu finden, die diesen Anforderungen entsprechen, nutzte Launert den Pool der Rockschule, aber auch die Empfehlungen erfahrener Kollegen. Und das kommt an: Schon die erste Ausgabe von „Hand Picked“ vor einigen Wochen war ein voller Erfolg.

Auch dieses Mal hatten sich viele Gäste in der gemütliche Wohnzimmeratmosphäre des KuBa zusammengefunden. Das freute Marco Launert: „Schön, dass ihr trotz Grippewelle alle hier seid.“

Den Anfang machte die 22-jährige Marie Angerer aus Mönchengladbach. Die Musikerin erreichte das Publikum mit ihrer Gänsehautstimme und ihrem sympathischen „british accent“ schon beim ersten Lied. Sie spielte hauptsächlich ruhige, aber auch mal flottere Stücke in englischer Sprache, die sich sehr einfühlsam mit verschiedenen Themen befassen. In „Three Years“ besang sie das Ende einer Freundschaft, die Reue über das eigene Handeln und die brennende Frage, wo der andere ist. Währenddessen hätte man im KuBa eine Stecknadel fallen hören können, so bewegt waren die Zuhörer.

Eine Premiere mit einem noch namenlosen Song

Marie Angerer fand das super: „Der Song nimmt mich selber immer ein wenig mit. Deshalb ist es noch schöner, dass ihr so toll zuhört, da fühlt man sich richtig anerkannt.“ Sogar eine kleine Premiere spielte sie – mit einem noch namenlosen Song, den sie erst vor einer Woche geschrieben hat und davon handelt, dass eine Person, die Erinnerung an sie und entspannte Momente der Zweisamkeit ihre Gedanken immer wieder positiv beeinflussen und ihr Kraft geben. Ein schöneres Kompliment kann es wohl kaum geben.

Nach ihrem bejubelten Auftritt gab es erst einmal „das kleinste Buffet der Welt“. Eine Hand voll kleiner Schalen mit Käsepiekern, Gewürzgurken und anderen Klassikern – „denn es heißt ja Hand Picked, da gibt’s dann auch was zu picken“.

Im Anschluss heizte der als „Zwiebel“ bekannte Andres Swiatlowski den Gästen mit rauer Stimme und Mundharmonika-Einlagen mächtig ein.

Er vertrat den erkrankten Mathias Schüller und eroberte mit um die Ecke gedachten Texten, jede Menge Energie und einer sympathischen Prise Selbstironie die Herzen des Publikums.

Zum Beispiel besang er den Druck der Gesellschaft, dem man sich tagtäglich aussetzt und die hohen Erwartungen, mit denen man mitzuhalten versucht – und davon, wie man sich manchmal eine Auszeit nehmen und sich all das am Allerwertesten vorbeigehen lassen sollte.

Die dritte Künstlerin des Abends war die 19-jährige Marie Schmalz aus Bocholt, die mit einer einzigartigen Reibeisenstimme und ihrer Ukulele deutsche und englische, eigene Songs und interpretierte Cover präsentierte und die Veranstaltung zu einem krönenden Abschluss brachte.

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