Gericht

19.000 Euro in Unterhose - Überfall nach Besuch in Sexclub

Foto: David Ebener / dpa

Hünxe.  Ein 37-jähriger Duisburger hatte 19.000 Euro in der Unterhose versteckt – das blieb im Sexclub nicht unbemerkt. In Hünxe wurde er überfallen.

Wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung steht ein 26-jähriger Essener vor dem Landgericht Duisburg. Am 27. März soll er auf dem Parkplatz Esselt an der A 3 bei Hünxe einen 37-jährigen Duisburger um 19.000 Euro erleichtert haben. Mit auf der Anklagebank sitzt die Ex-Freundin (27) des Angeklagten. Ihr wird Beihilfe vorgeworfen. Der Tipp, dass der Geschädigte so viel Geld mit sich herum trug, soll von ihr gekommen sein.

Der Duisburger hatte die Angeklagte am Tattag an deren Arbeitsplatz in einem privaten Sexclub in Isselburg besucht. Das Bargeld fiel auf: „Es steckte in seiner Unterhose“, so die Angeklagte. Der Mann habe nach Stunden in dem Club und viel Alkohol schließlich nach Hause gewollt. „Aber ich kriegte coronabedingt kein Taxi“, so die 27-Jährige. Deshalb habe sie ihren Freund gebeten, den Mann nach Hause zu fahren. Sie habe aber schon geahnt, dass er dort nicht ohne Geld ankommen würde.

Das Opfer wehrte sich nicht

Ihr Freund gab den Überfall zu. Er sei auf den Parkplatz gefahren, habe einen Radmutterschlüssel aus dem Kofferraum geholt und den Geschädigten aufgefordert, ihm das Geld zu geben. „Er hat gesagt, ich gebe dir alles, aber schlage mich nicht.“ Dann habe der Geschädigte die 19.000 Euro, seine Scheckkarte und ein Handy übergeben.

Der Angeklagte berichtete, seine Freundin habe sich am selben Abend mit ihm in Essen getroffen. Man habe das Geld gezählt. Abgegeben habe er ihr aber nichts, so der 26-Jährige. Er habe das Geld dringend benötigt, um sein eigenes Auto zu bezahlen.

Wichtigster Zeuge fehlte zu Prozessbeginn

Die 27-Jährige mit den schicken langen Fingernägeln und dem silberweiß und lila gefärbten Haar bestreitet, nach der Tat bei dem Mitangeklagten gewesen zu sein. Sie wehrt sich auch gegen die Behauptung des Ex-Freundes, sie habe die Idee zu dem Überfall gehabt. „Ich habe nur gesagt, dass ich einen Kunden mit viel Geld habe.“

Der wichtigste Zeuge fehlte zu Prozessbeginn. Der 37-Jährige, der im Ermittlungsverfahren den Verdacht geäußert hatte, ihm sei vielleicht eine Droge in den Alkohol gemischt worden, blieb der Verhandlung unentschuldigt fern. Für den Prozess sind bis Ende November noch zwei Verhandlungstage geplant.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben