Musik

Namibia-Chor Bridge Walkers begeistert in Hamminkeln-Brünen

Ein Chor von großer Spannkraft – und mitreißendem Temperament: Die Bridge Walkers aus Namibia.

Ein Chor von großer Spannkraft – und mitreißendem Temperament: Die Bridge Walkers aus Namibia.

Foto: Markus Joosten / FFS

Hamminkeln.   Diese Musik geht unter die Haut: Die „Bridge Waters“, die im armen Township Katutura mit Jugendlichen arbeiten, begeistern in der Dorfkirche.

„Bringing Namibia to you – Namibia meets Brünen“. Unter diesem Motto gastierte der Gospel-Chor „Bridge Walkers“ am Samstag in der Dorfkirche. Der Chor hatte sein Programm in vier Abschnitte eingeteilt, die sich musikalisch durch „Kapitelüberschriften“ und Themen voneinander unterschieden und auch mit der Kleidung spielten: zwischenzeitlich zogen die Sänger sich rasch um. Traditionell bunte, typisch afrikanische Gewänder wechselten mit schwarzen T-Shirts und zum Schluss Accessoires wie Hüte und Schmuck.

Da die Bridge Walkers ein christlicher Chor sind, durften ein paar waschechte Gospels (gospel englisch = „Evangelium“) nicht fehlen und so wartete der erste Teil mit fünf geistlichen Liedern auf. Titel wie „Ich kann es nicht alleine schaffen, aber mit der Hilfe des Herrn“ oder „Herr, wir danken dir, du erschaffst alle Dinge“ waren stimmlich beeindruckende Preisungen zum Lobe Gottes; von fast geflüsterten Tönen bis zum kraftvollen fortissimo reichte die Spannkraft dieses Chores.

„Amazing grace“ einer der Höhepunkte

Den Höhepunkt dieses Abschnitts, wenn nicht des gesamten Konzertes, bildete „Amazing grace“. Eigentlich ein zu Tode gerittenes Paradepferd eines jeden Gospel-Chors, ist jedoch diese Bearbeitung hörenswert: Während die Mittelstimmen leise das bekannte Lied singen, intoniert der übrige Chor drumherum eine Lobpreisung, die jedes Mal mit den Worten „the sweetest song I know“ endet.

Zu Beginn des zweiten Teils („Love is in the air“) versuchte der Chorchef den Zuhörern die verschiedenen Arten von Klicklauten der afrikanischen Sprache näherzubringen. Nun standen Liebeslieder im Vordergrund, in denen es um Brautwerbung, Verliebtsein, aber auch um Liebeskummer ging. Teil drei war eine Liebeserklärung an die herrlichen Landschaften Namibias. Als der Chorleiter den vierten Teil ankündigte, war deutlich zu spüren, dass es ihm sehr wichtig ist, darüber zu sprechen.

Er erzählte aus dem oft bedrückenden Alltag im Township Katutura, von den Sorgen und Nöten der Einwohner, der großen Armut vor allem der jungen Menschen, und der Arbeit des Chores, der den Jugendlichen beisteht, ihnen Perspektiven bietet, zum Beispiel durch die Mitarbeit im Chor oder auch Konzertreisen nach Deutschland.

Die Einnahmen aus Spenden und den Verkauf der CDs gehen zu 100 Prozent an den Chor, der das Geld vollständig in die Arbeit mit den Jugendlichen steckt. Mit den beiden letzten Liedern sprachen die Sänger eine Einladung aus, Namibia zu besuchen: „Ihr seid willkommen in Katutura.

Kommt vorbei und besucht uns.“ Das in Namibia gerne getanzt wird, war gleich von Beginn an zu sehen, und nun zum Schluss wurden auch die Zuschauer animiert, was sich viele nicht zweimal sagen ließen und begeistert mittanzten.

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