Natur

Naturschutzbund Kreis Wesel: „Jetzt für die Umwelt handeln“

Kiesbagger bestimmen an vielen Stellen des Niederrheins das Landschaftsbild. Foto :

Kiesbagger bestimmen an vielen Stellen des Niederrheins das Landschaftsbild. Foto :

Foto: Markus Weissenfels / FUNKE Foto Services

Kreis Wesel.  Der Klimawandel hat offenbar auch den Ausgang der Europawahl bestimmt. NABU-Kreisvorsitzender Peter Malzbender mahnt: Jetzt aktiv werden!

218.552 der 356.669 Wahlberechtigten im Kreis Wesel sind am Sonntag zur Urne gegangen und haben die Grünen bei der Europawahl mit einem Plus von 12,4 Prozentpunkten belohnt sowie die SPD mit einem Minus von 15,8 Prozentpunkten abgestraft. Die CDU kam dagegen mit minus 7,2 Prozentpunkten noch vergleichsweise glimpflich davon.

Zeit für ein Resümee auf Kreisebene mit den 13 Kommunen.

Den Glauben an die Justiz verloren

Für den Sprecher der Grünen-Kreistagsfraktion Hubert Kück bleibt „ein riesiges Ergebnis“. Seine Partei müsse weiter eine Politik betreiben, die dem entspreche, und in keinster Weise abheben. Der Kiesabbau sei an den Wahlkampfständen in jedem zweiten Gespräch Thema gewesen. Dazu sieht Kück den Bereich Landwirtschaft. Und er verweist auf die 30.000 Tonnen Ölpellets in der ehemaligen Schermbecker Tongrube. Das sei unvorstellbar. Hier habe er den Glauben „an unsere Justiz verloren“.

„Wir sind natürlich alle ordentlich erschüttert“, sagt SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender Gerd Drüten. Die Ursachen für das starke Minus sieht er in Berlin. Frau Nahles werde sich nicht halten können. All dies seien keine guten Voraussetzungen für die Kommunalwahl 2020. Bis dahin müsse einiges passieren. Sich einfach mit einem Flugblatt auf den Marktplatz zu stellen, dürfte nicht reichen.

Die bequemen Schuhe ausziehen

Sowohl gegen die CDU als auch die SPD wettert Nabu-Kreisvorsitzender Peter Malzbender. Die CDU-Landtagsabgeordnete Charlotte Quik bezeichnet er als „starke Lobbyistin der Landwirtschaft“. Sie werde von ihr „bis zum ,Geht nicht mehr’“ gefördert. Mit ihrem Engagement gegen die Krähen in Dingden und den Wolf am Niederrhein habe sie reinen Populismus an den Tag gelegt. Der SPD wirft Malzbender vor, dass sie zum „Turbo für die Kiesindustrie wird“. Dabei mache die SPD in Wesel anders als die auf Kreisebene Vorschläge für Erweiterungen der Abgrabungen. Sowohl auf lokaler als auch auf der Ebene des Kreises müsse man nun die bequemen Schuhe ausziehen. „Die jungen Menschen kann man nicht verarschen“, so Malzbender mit Blick auf die Fridays-For-Future-Demos. „Wir müssen jetzt handeln und nicht nach den politischen Gegebenheiten“. Stürme und Starkregen würden vermehrt kommen, dazu werde sich die Trockenheit verschlimmern.

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