Politik

Neuer A3-Anschluss in Hamminkeln? Große Skepsis bleibt

Über die B70 zwischen Wesel und Brünen führt die Autobahn A3. Kommt hier eine weitere Anschlussstelle hin?

Über die B70 zwischen Wesel und Brünen führt die Autobahn A3. Kommt hier eine weitere Anschlussstelle hin?

Foto: Markus Weissenfels / FFS

Hamminkeln.  Hamminkelner Politiker sind nicht bereit, die Verkehrsprobleme von Wesel auf dem Rücken Hamminkelner Bürger austragen zu lassen.

Der Fraktionsvorsitzender der CDU, Dr. Dieter Wigger, formulierte es in der gestrigen Ratssitzung noch vergleichsweise freundlich, als es um eine mögliche zusätzliche Anschlussstelle der Autobahn A3 auf Hamminkelner Stadtgebiet ging: „Wenn die Weseler versuchen, die Weseler Verkehrsprobleme auf unsere Kosten lösen zu wollen, wird dies nicht gelingen“.

Die Christdemokraten hatten ursprünglich beantragt, eine Bürgerversammlung in Brünen zwecks Information über die Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung zur Anschlussstelle an der A3 und Ortsumgehung Brünen durchzuführen, eine Machbarkeit der Variante einer Nord-Westumgehung in Verbindung mit einer Autobahnanschlussstelle an der K19 (Venninghauser Straße/Molkereiweg) prüfen zu lassen sowie anschließend eine Bürgerbefragung für oder gegen die Ortsumgehung durchzuführen.

Gespräch beim Ministerium in Düsseldorf

Doch Bürgermeister Bernd Romanski regte an, erstmal abzuwarten was bei seinen gemeinsamen Gespräch mit Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp am 30. Oktober beim Ministerium in Düsseldorf herauskommt, wenn die beiden Stadtoberhäupter ausloten wollen, welchen Abschluss-Möglichkeiten überhaupt theoretisch denkbar sind.

USD-Fraktionschef Helmut Wisniewski machte aber schonmal klar: „Wenn die Weselaner die Auffahrt wollen, dann müssen sie auch dafür sorgen, dass wir dafür keine Gebühren haben – wir sehen nicht ein, das zu bezahlen.“

Grünen-Chef Johannes Flaswinkel ergänzte: „Wer was bestellt, muss es auch bezahlen. Solange einem Herrn Hovest in Wesel es scheinbar egal ist, wie die Hamminkelner Interessen sind, weise ich das aufs Schärfste zurück. Wir sind stets gut beraten, gut zu schauen, was wir davon haben.“

Neuenhoff wird Wesel Arroganz vor

Elke Neuenhoff (FDP) sagte: „Wir in Brüner brauchen keine Autobahn-Auffahrt. Ich finde es schon arrogant von Wesel zu sagen ,Jetzt sollen die Brüner mal ihre Hausaufgaben machen’. So geht es nicht!“

Der Vorschlag von Bürgermeister Romanski, erstmal das Gespräch im Ministerium abzuwarten, fand Zustimmung. Jörg Adams, der SPD-Fraktionsvorsitzende, erklärte: „Wir sollten erstmal gucken, was überhaupt möglich ist. Eine Bürgerbefragung macht ja nur Sinn, wenn ich weiß, was man fragen will.“

Bürgerinfo und Bürgerbefragung

Dem stimmte auch Dr. Wigger zu: „Natürlich wollen wir nicht über Varianten reden, die völlig irreal sind.“ Großer Konsens herrschte schließlich über folgendes Vorgehen, das einstimmig beschlossen wurde: Zunächst wird (u.a. am 30. Oktober in Düsseldorf) geklärt, was technisch überhaupt möglich ist.

Danach soll eine Bürgerinfo über die Ergebnisse stattfinden – nach Wunsch von CDU und Grünen direkt vor Ort in Brünen. Dem könnte sich dann eine Bürgerbefragung anschließen, ehe die Politik zu einer Entscheidung kommen würde.

Bürgermeister Romanski war es dabei noch wichtig zu betonen, bei der gesamten Diskussion einen Grundsatz im Auge zu behalten: „Wenn man Lösungen erreichen will, muss man ergebnissoffen diskutieren – sonst kann es sein, dass man am Ende gar keine Lösung hat.“

>>> NOCH KEINE ENTSCHEIDUNG ÜBER EHEMALIGE RINGENBERGER GRUNDSCHULE:

Kurzfristig wurde der Tagesordnungspunkt „Zukünftige Nutzung des Gebäudekomplexes Grundschule Ringenberg – hier: Vorlage des Mietvertrages“ auf Vorschlag der Stadtverwaltung von der Tagesordnung der gestrige Ratssitzung einstimmig abgesetzt, denn offenbar zeichnen sich hier inzwischen neue Entwicklungen ab.

Für Verwirrung hatte zu Beginn der Ratssitzung ein Antrag gesorgt, einen Tagesordnungspunkt aus dem nichtöffentlichen Teil – darin ging es um das Vereinsheim Dingden – in den öffentlichen zu verlegen. Allein für diese Abstimmung wurde die Öffentlichkeit Sekunden nach Beginn der Sitzung schon wieder ausgeschlossen.

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