Soziales

Neuer Träger will Angebot im Weseler Seniorentreff ausbauen

Die Seniorenbegegnungsstätte „Im Bogen" in Wesel soll umstrukturiert werden.

Die Seniorenbegegnungsstätte „Im Bogen" in Wesel soll umstrukturiert werden.

Foto: Lucas Bayer

Wesel.   Der Sozialdienst katholischer Frauen übernimmt die Begegnungsstätte „Im Bogen“ und strukturiert sie um. Trägerverein ist in Schieflage geraten.

Viel Unmut und Verunsicherung unter den Nutzern der Begegnungsstätte „Im Bogen“ hat es angesichts des geplanten Trägerwechsels in den vergangenen Wochen gegeben. Vor allem stand eine Frage im Raum: Was wird aus den Gruppen und Senioren, die sich dort treffen? Nachdem die Mitgliederversammlung des Trägervereins der Übergabe an den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) zugestimmt hat, kann nun mit allen Nutzern gesprochen werden, verkündet André Gorres vom Trägerverein und verspricht ebenso wie Ute Zuckermann vom Mehrgenerationenhaus (MGH) des SkF: „Alle, die derzeit vor Ort sind, werden die Räume weiter nutzen können“. Zudem sollen rund 80 Prozent des Angebots des MGH an die Pastor-Janßen-Straße umziehen.

Dafür sollen die Öffnungszeiten ausgeweitet werden auf werktags von 8.30 bis 18.30 Uhr, bei Veranstaltungen auch am Wochenende. Der Plan des MGH ist es, das Angebotskonzept auch auf andere Altersgruppen auszuweiten. Neben den Gruppen, die sich heute schon im „Bogen“ treffen wie Tanz- und Turngruppen oder das Gedächtnistraining sollen Angebote des MGH von Schepersfeld in die Stadtmitte verlegt werden – etwa das Reparatur-Café, der Operntreff oder das „Singen für Jung und Alt“.

Drei Monate wird renoviert

Aus dem MGH-Standort in der Dudelpassage ziehen zudem die Schwangerschaftsberatung und die „Frühen Hilfen“ mit ein. Außerdem ist geplant, eine Holzwerkstatt und Kindergeburtstage auf der Kegelbahn des „Bogen“ anzubieten. Im Café werden Suppen, Salate und Süßes aus der Küche des MGH serviert. Platz sei in der gut 700 Quadratmeter großen Einrichtung genug, so Ute Zuckermann.

Es gebe bereits einen Plan, in den alle Termine der derzeitigen Nutzer des „Bogen“ eingearbeitet sind. Vorher steht aber eine etwa dreimonatige Renovierungsphase an. Ab Jahresende bis voraussichtlich zum 1. April bleiben die Räume geschlossen. Für diese Zeit müssen Übergangslösungen für die Gruppen gefunden werden. Die sind noch in Arbeit, so Ute Zuckermann.

Als Grund für den Trägerwechsel nach 34 Jahren nennt André Gorres eine finanzielle Schieflage beim Trägerverein. Dazu geführt haben mehrere Faktoren wie Tariferhöhungen oder das Versäumnis, Preise anzupassen, zum Beispiel für das Mittagessen, das vom Marien-Hospital angeliefert und zum Selbstkostenpreis abgegeben werde.

Besucherzahlen seit 2015 rückläufig

Seit 2015 seien zudem die Besucherzahlen deutlich rückläufig, auch wenn einige Veranstaltungen gut besucht sind. Gorres: „Das reicht aber nicht aus, um das Gesamtkonzept zu refinanzieren.“ Die Interessen der Senioren hätten sich verschoben, das Mittagessen etwa werde nur noch wenig gefragt.

Wie es möglich war, dass sich die Schulden, deren Höhe Gorres nicht beziffern wollte, angesammelt haben, müsse nun im Trägerverein aufgearbeitet werden. Es habe in der Vergangenheit „Fehleinschätzungen“ gegeben, räumt André Gorres ein. Nun werde wohl im Frühjahr die Schlussrechnung vorliegen. Die Mitglieder des Trägervereins hätten sich verpflichtet, die Schulden zu begleichen. Diese bestehen, so Gorres, gegenüber einem Mitglied des Vereins, der alles vorfinanziert habe.

Das Mehrgenerationenhaus ist froh, Angebote in die Stadtmitte verlagern zu können. „Wir haben viele Leute, die nicht aus Schepersfeld kommen“, sagt Ute Zuckermann. Auch Hanne Eckhardt vom Awo-Ortsverein Wesel, der Mitglied im Trägerverein ist, ist zufrieden: „Wir sind froh, dass es weitergeht“.

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