Umwelt

Neues Bett für alten Bach

Foto: WAZ FotoPool

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Wesel.Es ist ein Bach, auf der Karte von Wesel ist er blau eingezeichnet, verläuft von Ginderich kommend an Büdericher vorbei in Richtung Rhein.

Viel Wasser hat die Breite Wardtley in den vergangenen trockenen Wochen nicht gesehen. Es sprießt und blüht, das Bachbett ist zugewachsen. Doch das wird sich in den kommenden Monaten ändern. An der Solvaystraße haben die Arbeiten begonnen, setzt seit einigen Wochen ein Bagger mit seiner Schaufel dem Grün zu. Alles verläuft nach einem Plan, den Experten der Lineg (Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft) entworfen haben. Das Ziel: Der fast gradlinige Verlauf des Baches wird verändert, ebenso das Ufer. Zurück zur Natur lautet das Motto. Bergschäden aufgrund des Salzabbaus hatten dazu geführt, dass sich die Fließrichtung der Breiten Wardtley änderte und sich der Bach immer mehr zu einem stehenden Gewässer entwickelte. Das wird nun behoben, das Wasser wird sich bald wieder in Richtung Rhein bewegen.

Im Frühjahr sind die ersten Schnitte gesetzt worden. Bäume wurden gefällt, Büsche zurückgeschnitten. Um Platz zu schaffen. „Pappeln und Weiden bleiben erhalten“, so Bauleiter Rolf Meyer. Zwischen der Venloer Straße (B58) und der Bahnhofstraße verändert sich der Bach, auf einer Länge von 1,4 Kilometer schlängelt er sich künftig durch die Landschaft.

Einen Teil der Kosten trägt
das Verkehrsministerium

Die Arbeiten sollen Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die neue Bepflanzung des Ufers erfolge dann im nächsten Jahr, sagt Susanne Leese-Bartram, die den Plan für die Landschaftspflege entwickelte. Ein reißender Bach ist die Breite Wardtley nie gewesen, Sie diente der Entwässerung der angrenzenden Felder. Gab es einen hohen Grundwasserstand, wurde dieser über den Bach abgeführt.

Diese Rolle wird sie beibehalten und noch ein, zwei dazu bekommen. Das Regenwasser, das auf die neue Umgehungsstraße Büderich niederprasselt, wird in die Breite Wardtley geführt und fließt in Richtung Rhein.

Aus diesem Grund übernimmt das Verkehrsministerium einen großen Teil der Baukosten, die von der Lineg mit rund einer Million Euro angegeben wird. Und der neugestaltete Bach hilft, das Gindericher Feld zu sichern. Weil Trinkwasser gewonnen werden soll, darf dort kein Regenwasser versickern.

In den nächsten Wochen bereitet der Bagger die neue Bach-Lage vor. Nach und nach wandert er von der Solvaystraße bis zur Lehmstraße, die im Zuge dieser Maßnahme komplett zurückgebaut werde, so Ralf Kempken, der für die Planung verantwortlich ist. Das Ufer der neuen Breiten Wardtley wird eine Trapezform erhalten. Auch die Überführungen werden im Zuge der Bauarbeiten erneuert, erklärt Bauleiter Rolf Meyer.

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