Neun weitere Stolpersteine in Wesel verlegt

Wesel.  Schon zum achten Mal verlegte der Künstler Gunter Demnig jetzt Stolpersteine in der Hansestadt. Mit den gestern eingesetzten, neun zusätzlichen Steinen liegen nun über 100 dieser kleinen Gedenktafeln direkt vor den ehemaligen Häusern von Juden, die von den Nationalsozialisten verfolgt oder ermordet wurden. „Gerade die jungen Leute müssen auch heute wissen, was in der schlimmen Zeit der Nazis alles passiert ist“, sagte Bürgermeisterin Ulrike Westkamp in ihrer Ansprache.

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Schon zum achten Mal verlegte der Künstler Gunter Demnig jetzt Stolpersteine in der Hansestadt. Mit den gestern eingesetzten, neun zusätzlichen Steinen liegen nun über 100 dieser kleinen Gedenktafeln direkt vor den ehemaligen Häusern von Juden, die von den Nationalsozialisten verfolgt oder ermordet wurden. „Gerade die jungen Leute müssen auch heute wissen, was in der schlimmen Zeit der Nazis alles passiert ist“, sagte Bürgermeisterin Ulrike Westkamp in ihrer Ansprache.

Die ersten Stolpersteine wurden gestern ins Pflaster des Gehwegs an der Tückingstraße eingesetzt. Hier wurde der Familie Herz gedacht – Schüler des Konrad-Duden-Gymnasiums berichteten von den Schicksalen der Personen, die damals in der Tückingstraße 11 lebten: Dort wohnte das Ehepaar Henriette und Moritz Herz und betrieb eine Metzgerei. Das Ehepaar hatte drei Kinder – neben Nesthäkchen Heinz Jakob gab es noch Sibylla Erna und Walter. Die Eltern mussten Wesel verlassen: Henriette starb kurz vor der Deportation, Moritz kam ins Vernichtungslager Treblinka.

An der Hohen Straße 33 wurde für Rosa Moos (geb. Löwenstein) ein Stolperstein verlegt. Sie war Inhaberin einer „Handlung in Besatz- und Kurzwaren, Handarbeiten“ in der Brückstraße 2. Im Jahr 1942 wurde sie erst nach Theresienstadt ins Ghetto deportiert – wenig später ins Vernichtungslager Treblinka.

In der Hohen Straße 15 lebte Familie Benjamin – ihr Schicksal beleuchteten Schüler der Gemeinschafts-Hauptschule Martini. Emil Benjamin wurde 1874 in Schermbeck geboren. Mit seinen Eltern Carl und Berta und seinen Geschwistern Helene, Sally, Hermann und Max zog er 1890 nach Wesel in das Haus in der heutigen Fußgängerzone. Im Erdgeschoss betrieb die Familie eine Manufaktur- und Bettwaren-Handlung. Emil heiratete Else Nachmann. Sie bekamen zwei Söhne (Walter und Karl), die nach England und Israel emigrierten. Emil starb 1942 in Köln, Else wurde im Vernichtungslager Kulmhof ermordet.

An Elisa Falk wird an der Wallstraße 5 erinnert: Sie kam Anfang der 30er Jahre nach Wesel. Im Alter von 81 Jahren transportierte man sie ins Vernichtungslager Treblinka.

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