Musik

Niederrheinischer Kammerchor brilliert im Weseler Lutherhaus

Der Niederrheinische Kammerchor singt im Lutherhaus in Wesel.

Der Niederrheinische Kammerchor singt im Lutherhaus in Wesel.

Foto: Markus Joosten / FFS

Wesel.  Ein Genuss für die Ohren: Der Niederrheinische Kammerchor musiziert unter dem Leitwort „Alles im Fluss“ im Lutherhaus.

Es war wieder einmal eine großartige Leistung, die der Niederrheinische Kammerchor am vergangenen Sonntag bot. Der Chor mit seinen rund 28 Laien-Sängerinnen und -sängern, im Jahr 2000 von Professor Stephan Görg gegründet, hat sich im Laufe der Zeit bei vielen Konzerten und Wettbewerben im In- und Ausland einen Namen gemacht. Sowohl geistliche als auch weltliche Werke von der Renaissance bis zur Moderne sind im Repertoire des Chores zu finden.

Der Chor, der seit 2017 von der gebürtigen Amerikanerin Kelley Marie Sundin geleitet wird, zeigte wieder seine Qualitäten.

Dieses Mal gab es ein Konzert, das unter dem Motto „Alles im Fluss“ stand und nur internationale moderne Chor-Musik bot. Lediglich die Komposition „Waldesnacht“ von Johannes Brahms, die zwischen das vierteilige „Les chansons des roses“ von Morten Lauridsen geschoben wurde, war in deutscher Sprache. Das Programm enthielt zahlreiche Chorwerke internationaler Komponisten, wie beispielsweise des Norwegers Ola Gjeilo, mit dessen „Prelude“ das Konzert begann.

Jugendmädchenchor der Chorakademie aus Dortmund

Während der Kammerchor auf der Bühne stand, sang der Jugendmädchenchor der Chorakademie am Konzerthaus Dortmund, die den Chor unterstützten, von der Empore.

Die jungen Mädchen im Alter von 14 bis 19 Jahren zeigten, dass sie von ihrer Chorleiterin gut einstudiert wurden. Titel wie „Be like the bird“ von Abbie Betinis, „One Voice“ von Ruth Moody sowie „Take me Home“ dürften dem Publikum wohl ziemlich unbekannt gewesen sein. Erwähnenswert ist, dass bei manchen Stücken auch die Choreografie nicht zu kurz kam.

Erfreulich war zudem, dass der Mädchenchor sämtliche Chorwerke auswendig sang. Da gefiel auch besonders das „Deo Gracias“ aus „A Ceremony of Carols“ von Benjamin Britten.

Mit Percussions, gespielt von Songyi Kim, Eojin Kim, Shiru-Shiuan Hung (alle Studenten an der Folkwang-Universität der Künste in Essen) sowie Pavel Beliaev, der als freier Musiker arbeitet, und der Klavierbegleitung von Tilman Wolf rückte ein besonderes Chorwerk in den Vordergrund.

„Triptych“ von Tarik O’Regan ist eigentlich den Toten gewidmet und müsste normalerweise sehr tragend gesungen werden, doch der Komponist machte daraus ein Werk, das besonders auffällig sein sollte.

Ein Hauch lebhaftes Afrikas

Er teilte das Stück in drei Teile (Totenklage, Gedenken an die Toten und Die Gnade Gottes) ein, die dann allerdings als Vocal-Musik in Form eines englischen Chorals mit einem Hauch lebhaften Afrikas bedenkenlos flott vorgetragen wird.

Es war die umfangreichste Komposition an diesem Nachmittag, die sich aber lohnte, anzuhören.

Für den Schluss bewahrten sich die beiden Chöre „Let the River Run“ von Carly Simon – in einer Bearbeitung von Hella Johnson – auf, das so gut ankam, dass es gleich noch einmal gesungen wurde.

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