Bilanz und Ausblick

Nispa Wesel: Viele Kredite und viel Erspartes

Die Zentrale der Niederrheinischen Sparkasse RheinLippe am Berliner Tor in Wesel.

Die Zentrale der Niederrheinischen Sparkasse RheinLippe am Berliner Tor in Wesel.

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Kreis Wesel.  Die Bilanzpressekonferenz der Niederrheinischen Sparkasse RheinLippe für das Jahr 2109 stand auch im Zeichen der Corona-Krise.

In diesen Tagen ist alles anders, auch die üblichen Pressegespräche gehören dazu. Telefonkonferenzen sind nun das Gebot der Stunde, damit sich in Corona-Zeiten niemand zu nahe kommt. Und so stellten Vorstand Friedrich-Wilhelm Häfemeier, Sascha Hübner und Hagen Eberhardt für die Niederrheinische Sparkasse (Nispa) RheinLippe ihre Bilanz für 2019 sowie allerhand Wissenswertes rund um Corona eben auf diese Art und Weise vor.

Es war ein Jahr, in dem die Immobilienwerte weiter gestiegen sind und es Kursrekorde bei den Aktien gab. Als sehr erfreulich bezeichnete Häfemeier das Kreditgeschäft. 425 Millionen Euro wurden neu bewilligt, insgesamt beträgt die Summe nun 2,5 Milliarden Euro, wobei sich die gewerblichen und die privaten Kredite die Waage halten.

Immobilien wurden teurer

Auch die Kundeneinlagen wuchsen, auch wenn viele Menschen ihr Geld auf den Tagesgeldkonten parkten. Noch werde von der Nispa zwar kein Aufbewahrungsentgelt verlangt, für Ende 2020 schließt Häfemeier dies aber nicht mehr aus. Der Negativzins könnte die Sparer also ereilen, baute er schon einmal vor.

Erfreut zeigte sich das Trio über die Neukunden - die Zahl der Girokonten stieg um drei Prozent - sowie über das sehr gut gelaufene Immobiliengeschäft. Hier nannte Häfemeier vor allem das neue Baugebiet „Am Schwan“ in Lackhausen, aber auch gebrauchte Immobilien. „Im Ergebnis ist die Nispa sehr stabil und solide unterwegs“, fasste er das zurückliegende Jahr zusammen. Und er beruhigte die Kunden, die in den letzten Tagen größere Geldbeträge mit nach Hause genommen hätten. „Dafür gibt es überhaupt keinen Grund“, sagte er.

Auch das soziale Engagement kam im vergangenen Jahr nicht zu kurz. „Denn wir fühlen uns auch der Attraktivität verpflichtet“. 1,3 Millionen Euro wurden 2019 für kulturelle, soziale und sportliche Belange locker gemacht.

Thema Corona

Das Corona-Virus bestimmt auch das Handeln des Geldinstituts. Zwar gebe es zum Glück noch keinen einzigen Fall unter den 668 Beschäftigten, zu denen auch 36 Auszubildende gehören. Doch es hat sich viel verändert. Plexiglaswände bestimmen nun wieder das Bild bei den Beratungen, die zwischen 8 und 20 Uhr möglich sind, und man stehe in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt, um bei Bedarf sofort reagieren zu können. Zurzeit sei man dabei, länger nicht mehr genutzte Flächen zu reaktivieren, um den einzelnen Teams mehr Platz einzuräumen.

Online-Banking

Die Nispa hält auch in Corona-Zeiten alle Kunden-Center offen, hat allerdings die Service-Zeiten gekürzt. Es besteht auch die Möglichkeit, per E-Mail (info@nispa.de) oder Telefon (0281/2051) Kontakt aufzunehmen. Online-Banking, das schon mehr als die Hälfte der Sparkassenkunden nutzen, wird zudem empfohlen.

Privatkunden, die unverschuldet durch die Corona-Krise in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, können einen Antrag auf Aussetzung ihrer Darlehensraten bis zum 30. Juni 2020 stellen: www.nispa.de. Das gilt auch für Firmen. Hinweise und Tipps in Sachen Kurzarbeitergeld werden ebenfalls seitens der Sparkasse bereit gehalten. Wer bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau oder der NRW-Bank ein öffentliches Darlehen beantragen möchte, kann dies unter www.nispa.de/soforthilfe. Für bestimmte Kunden gebe es unter derselben Adresse einen Corona-Universalkredit, der innerhalb von 48 Stunden bereit stehen könne.

Hoffen auf ein schnelles Ende

Damit die Krise überschaubar bleibe, hoffen die Verantwortlichen der Nispa, dass der wirtschaftliche Stillstand in vier bis sechs Wochen vorbei ist.

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