Thema Sicherheit

NRW-Innenminister setzt in Wesel auf Dialog mit dem Bürger

Innenminister Ralf Jäger (3.v.r.) kam auf Einladung der SPD Wesel in die Niederrheinhalle. Von links: Ulrich Marose, Ulla Hornemann, Wolfgang Spychalski, Norbert Meesters, Ulrike Westkamp und Ludger Hovest.

Foto: Heiko Kempken

Innenminister Ralf Jäger (3.v.r.) kam auf Einladung der SPD Wesel in die Niederrheinhalle. Von links: Ulrich Marose, Ulla Hornemann, Wolfgang Spychalski, Norbert Meesters, Ulrike Westkamp und Ludger Hovest. Foto: Heiko Kempken

Wesel.   Sicherheit ist das große Thema dieser Tage. Dabei sei Deutschland doch eines der sichersten Länder der Welt, sagt NRW-Innenminister Jäger.

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Die Menschen in Wesel haben das Gefühl, hier weitgehend sicher zu sein. Das ergab das NRZ-Bürgerbarometer, dessen Ergebnisse Bürgermeisterin Ulrike Westkamp beim Besuch von NRW-Innenminister Ralf Jäger zum Thema Sicherheit im Parkettsaal der Niederrheinhalle zitierte. Danach fühlt sich über die Hälfte der Befragten in der Kreisstadt sicher, 13 % sogar sehr sicher. Angsträume, wie Heubergpark und Bahnhof, bleiben dennoch. Dunkelheit und unübersichtliches Terrain, so Westkamp, fördern Unsicherheit.

Dass Menschen darüber hinaus von vielen Ängsten geplagt sind, vor allem angesichts steigender Einbruchszahlen, wurde bei dem SPD-Termin schnell deutlich. Ein Besucher äußerte Bedenken, im Dunkeln vom Bahnhof zum Fusternberg zu gehen, anderen macht die hohe Zuwanderungsrate Angst, und mancher fürchtet sich, Opfer von Einbruch oder Gewalt zu werden.

Schwarzer Peter für die Tageszeitung

Innenminister Ralf Jäger versuchte dem mit Zahlen etwas entgegenzusetzen. Denn bis auf die stark gestiegenen Einbruchsfälle - in NRW ein Plus von 37 Prozent - seien andere Straftaten deutlich rückläufig. Und so schob er den Medien den Schwarzen Peter zu. „Eine Tageszeitung verkauft sich nicht darüber, dass alles gut ist“, sagte er, „deshalb wird oft dramatisiert.“ Gerade im Kreis Wesel leiste die Polizei gute Arbeit, die Aufklärungsquote von Straftaten sei um zwei Prozent gestiegen.

Dass sich die Welt durch Digitalisierung und Zuwanderung in rasantem Tempo verändert, betonte Jäger, wobei gesellschaftliche Veränderung keine Bedrohung sei, sondern eine Chance für positive Entwicklung. Politik müsse die Menschen mehr mitnehmen, mit ihnen im Dialog stehen, Furcht und Sorgen nehmen. Zudem wäre Politik gut beraten, Zuversicht auszustrahlen, zu sagen, was gut läuft. Es müsse gerade in sozialen Brennpunkten mehr in Bildung und Arbeit investiert werden - und natürlich in die Polizei. Denn am sichersten fühlten sich die Bürgerinnen und Bürger, wenn sie oft den Streifenwagen sehen. 2000 Polizisten würden jährlich eingestellt, so dass die Ausbildung mittlerweile in Containern stattfinde und Einsatztraining im Schichtsystem absolviert werden müsse.

„Kurve kriegen“ und „Riegel vor“

Jäger verwies auf das Jugendprojekt „Kurve kriegen“ und die Einbruchsprävention „Riegel vor“. Dies seien richtige Ansätze. Außerdem riet er, bei verdächtigen Beobachtungen lieber einmal zu viel die 110 zu rufen als einmal zu wenig.

Eine Frau fragte, ob jemand der zusammengeschlagen wurde, auch einen Kletterkurs bekomme, so wie aus der Bahn geratene Jugendliche. Ein Teilnehmer wünschte sich mehr Hoheitsgewalt für die Polizei, ein anderer die Abschaffung der Kuscheljustiz und Ulrich Marose die Verkürzung von Gerichtsverfahren.

Abgelehnte Asylbewerber schnell zurückführen

Auch das schnelle Zurückführen abgelehnter Asylbewerber müsse gelingen, sagte Jäger, der von einer schwierigen Aufgabe sprach und ansonsten viel Altbekanntes verkündete. Zum Beispiel, dass Einbruchsopfer vor allem das Eindringen in die Privatsphäre als schlimm empfinden und dass es wichtig ist, sein Eigentum durch geeignete Maßnahmen zu schützen. Einen Tipp gab es auch noch. Auf der Seite www.polizei-nrw.de, sind unter „Aktuelle Statistikinformation“ (rechts) Monat für Monat Zahlen zur Kriminalität im Kreis Wesel zu finden.

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