Automobil

Oldtimer-Fans trafen sich am Weseler Welcome Hotel

Faszination Automobil: Neben den stolzen Besitzern, die gern Rede und Antwort standen, kamen zahlreiche Schaulustige, um die Fahrzeuge zu bestaunen.

Foto: Gerd Hermann

Faszination Automobil: Neben den stolzen Besitzern, die gern Rede und Antwort standen, kamen zahlreiche Schaulustige, um die Fahrzeuge zu bestaunen. Foto: Gerd Hermann

Wesel.   Rund 80 alte Fahrzeuge präsentierten Oldtimer-Freunde an der Rheinpromenade. Darunter echte Schmuckstücke wie ein Opel Kapitän aus dem Jahr 1939

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„Es hat was von einem Familientreffen“, erzählt Norbert Kirsch. Und die gehören an den Ostertagen einfach dazu, findet er. Seit mittlerweile sieben Jahren organisiert er ein Familientreffen der etwas anderen Art auf dem Parkplatz des Welcome Hotels an der Rheinpromenade: Am Ostersonntag, wenn andere Eier suchen oder am Frühstückstisch sitzen, kommen hier Oldtimer-Freunde aus dem Umkreis zusammen: „Das sind vor allem Stammgäste, die meisten kennen sich schon“, so Kirsch. 80 Fahrzeuge unterschiedlichster Jahrgänge und Bauarten konnte er wieder begrüßen: „Ich glaube, vom Trabi bis zum Rolls Royce war wirklich alles dabei“, er freut sich. Hinter ihm stehen mehrere Fahrer zusammen und fachsimpeln über Batterien und den richtigen Startstrom: „Aber auch die Besucher gehen in die Gespräche rein, das macht die Atmosphäre aus“, sagt er.

Ersatzteile aus den USA

Und es seien auch in diesem Jahr wieder viele gewesen: „Teilweise konnte man kaum noch die Autos sehen.“ Besonders viele Blicke zieht das Auto von Sven Schlei auf sich. Mit seinem Dodge Monaco, der ausgerüstet ist, wie ein amerikanisches Polizeiauto aus den späten 1970ern, fällt er einfach auf. Damit das auch so bleibt, ist viel Arbeit nötig: „Pro Woche braucht es schon fünf Stunden Arbeit“, erzählt er. Auch Ersatzteile zu besorgen, ist nicht einfach: „Die werden ausschließlich in Amerika produziert und müssen dann über den Zoll und so weiter.“ Der Einsatz lohnt sich aber, erst gerade hat er seinen Wagen wieder über den TÜV gebracht.

Drei Parkplätze weiter versammeln sich Autofans um ein anderes Schmuckstück: Einen Opel Kapitän aus dem Jahr 1939. Damals gab es noch gar keine elektrischen Blinker, wollte man abbiegen, gab man das Zeichen mit einem mechanischen Winker. Heute hat der Wagen beides: Blinker für den TÜV und Winker für die Originalität: „Das ist schon was Besonderes“, stellt Sven Schlei fest. Die zweitürige Edition wurde nur in kleinen Stückzahlen produziert: „Soweit wir wissen, ist unser Wagen der einzige seiner Art in NRW“, erzählen Doris und Dieter Schönberger. Auch deswegen ist es für das Ehepaar nicht einfach, Ersatzteile zu organisieren. Erst im letzten Jahr musste zum Beispiel der Motor ausgetauscht werden, die Jagd nach dem passenden Teil wird dann zur Schatzsuche. Seit knapp zehn Jahren sind sie sichtlich stolze Eigentümer des Opels, der so ganz anders aussieht als die heutigen Modelle: „Man fällt schon auf mit diesem Auto“, sagen sie. Der Opel Kapitän habe mittlerweile schon fast das ganze Land durchquert, erzählen sie. Sogar Autobahnfahrten sind möglich, für Überholungen schafft das fast achtzig Jahre alte Auto immer noch 120 Stundenkilometer. Am liebsten mögen sie aber gemütliche Fahrten übers Land: „Hier kann man einfach über die Straßen hingleiten“, schwärmen sie vom Niederrhein. An einem ruhigen Feiertag bieten sich solche Fahrten natürlich an.

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