Tourismus

Oldtimer-Trinkhalle statt Café in Hünxe-Krudenburg

Matthias Müller, Ines Süß sowie Birte und Björn Benninghoff (von links) haben gemeinsam in einem alten Oldtimer – die Dudelbude – eröffnet, eine Trinkhalle an der es samstags und sonntags Kaffee und Kuchen für Ausflügler in Krudenburg gibt.

Matthias Müller, Ines Süß sowie Birte und Björn Benninghoff (von links) haben gemeinsam in einem alten Oldtimer – die Dudelbude – eröffnet, eine Trinkhalle an der es samstags und sonntags Kaffee und Kuchen für Ausflügler in Krudenburg gibt.

Foto: Lars Fröhlich / FFS

Hünxe.  Nach der Schließung der Krudenburger Gaststätte haben sich Bewohner etwas einfallen lassen, um Touristen mit Kuchen und Getränken zu versorgen.

Eigentlich hat jeder mal eine mehr oder weniger verrückte Idee. Meist aber bleibt es bei einem Gedanken, an dem man immer mal wieder herumfeilt.

Nicht so bei Birte und Björn Benninghoff, sowie Matthias Müller und Ines Süß. Die vier sind direkte Nachbarn und befreundet.

Ihre Geschichte beginnt eigentlich auf dem Krudenburger Weihnachtsmarkt. Denn dort verkaufen sie seit zwölf Jahren zusammen und mit viel Freude Plätzchen und Pralinen. Aus dem Fenster heraus und immer mit dem scherzhaften Gedanken „Irgendwann machen wir das gewerblich“.

Zu Ostern setzten sie ihr Vorhaben dann in die Tat um und eröffneten in Krudenburg, Am Dudel 5 die „Dudelbude“.

Und sie freuen sich darüber, dass ihre Idee von Erfolg gekrönt ist. Die Initialzündung gab letztendlich die Schließung der letzten Gaststätte im Dorf, es juckte den Vieren ordentlich in den Fingern etwas zu tun. „Wir haben hier so viel Fahrradfahrer, die durch unseren Ort fahren, aber für diese keine Einkehrmöglichkeit mehr“, erklärt Matthias Müller, der viele Jahre auf Mallorca in der Gastronomie gearbeitet hat.

Das kaufmännische „Know-how“ bringt Björn Bennighoff als Großhandelskaufmann mit. Seine Frau Birte kennt sich als Hauswirtschafterin mit Lebensmitteln aus. „Und ich bin die Aushilfe“, fügt Ines Süß lachend an.

Vor dem Wohnhaus von Matthias Müller und Ines Süß laden an Wochenenden und Feiertagen nun hübsch dekorierte Biergartengarnituren im Schatten großer Bäume zum Verweilen ein. Es ist ein idyllisches Plätzchen, das von den Radlern nicht unbemerkt bleibt. Auch eine öffentliche Toilette, die in den Radwanderkarten verzeichnet ist, gibt es in direkter Nachbarschaft, so dass dieser Ort von vielen Ausflüglern direkt angesteuert wird.

„Dudelbude“ wird angenommen

Kaffee, Kuchen und Kaltgetränke gibt es nun an der direkt gegenüber platzierten „Dudelbude“ – und das wird gern angenommen. Bei der „Dudelbude“ handelt es sich um einen Campingwagen der Marke „Pfefferkorn“, Baujahr 1968. Den Caravan für Minimalisten, wie er auch genannt wird, fanden die vier bei einem Kleinanzeigenportal. Aus Arnsberg stammt er und wurde bereits als Verkaufswagen benutzt. Aber er musste ordentlich restauriert werden, was die Männer in die Hand nahmen. Und warum haben sie sich für den Campingwagen entschieden?

„Normal kann jeder“ so die direkte Antwort. Die behördliche Seite war recht einfach zu erledigen, da es in dem Haus von Matthias Müller bereits einen Verkaufsstand gegeben hat. „Eigentlich wollten wir eine Holzhütte aufstellen, aber das wäre baurechtlich wesentlich komplizierter gewesen“, erzählen die Betreiber. Zudem hätte die Holzbude nur eine sehr begrenzte Zeit im Jahr geöffnet haben dürfen.

Der Caravan hingegen ist beweglich. „Wir schieben den einfach etwas hin und her dann passt das“, berichten Birte und Björn Benninghoff sowie Matthias Müller und Ines Süß.

Auf große Investitionen wie eine Küche, um Kuchen selbst zu backen, haben sie noch verzichtet. „Wir kaufen den Kuchen in einer Bäckerei im nahen Umfeld ein“, so Birte Benninghoff.

Ständiger Blick auf die Wetterapp

Das Einkaufen bedeutet zwangsläufig auch eine Vorbestellung und die muss bis mittwochs erfolgen. „Das ist nicht so einfach, wir haben alle vier eine Wetterapp auf dem Handy“, erklärt Birte Beninghoff.

Aber da jeder weiß, wie zuverlässig die Wetterberichte sind, ist das Ordern des Kuchens keine einfache Angelegenheit. „Doch wir haben das bisher ganz gut hinbekommen“.

Geöffnet ist die Bude von April bis Oktober an den Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr – und je nach Wetter auch mal etwas länger.

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