Automobil

Oldtimertreffen in Schermbeck ein wenig vom Erfolg überrollt

Karsten Schulte (links), Besitzer des Ford A31 Roadster, diskutierte mit Rolf Hofmann über das Kühlsystem.Gerd Hermann

Karsten Schulte (links), Besitzer des Ford A31 Roadster, diskutierte mit Rolf Hofmann über das Kühlsystem.Gerd Hermann

Foto: Gerd Hermann / FUNKE Foto Services

Schermbeck.  Oldtimer sind angesagt und so strömten deutlich mehr Menschen zum Oldtimertag am Lühlerheim in Schermbeck, als die Organisatoren erwartet hatten.

Völlig überrascht und teilweise überfordert mit dem großen Andrang beim 10. Oldtimertag am Lühlerheim waren die Organisatoren. „Wir konnten in der Hochzeit zwischen 11 und 13 Uhr einfach nicht mehr reagieren“, sagte der Vorsitzende Sven Schlei.

„Die Autoschlange reichte bis nach Drevenack.“ Bereits um 11 Uhr habe man 500 Autos gezählt. Gegen 15 Uhr erhöhte sich die Zahl auf 1100. Während es sich die Besitzer der Oldtimer auf der großen Wiese, im Schatten der Bäume, gemütlich machten, rollte der Verkehr unermüdlich durch die Anlage. „Da müssen wir im nächsten Jahr unbedingt ein neues Konzept erarbeiten“, so Schlei, der schwitzend von A nach B rannte.

Stilechtes Outfit, passend zum Automobil

Während das 35-köpfige Team des Oldtimervereins versuchte, die Fahrzeuge zu platzieren, damit zumindest der Hauptweg frei blieb, genoss eine Gruppe in aller Gemütlichkeit das Ambiente und die Sonne mit einem Picknick, und stellte sich den Fragen der vorbei schlendernden Besucher.

Hier war von Hektik weit und breit keine Spur. Stilecht zu ihren Autos – einen französischen Licorne aus dem Jahr 1935 von Volker Roth aus Dinslaken, einen Opel Rekord P1, Baujahr 60 von Elisabeth und Frank Bröcking aus Mettman und dem Mercedes 170 V aus dem Jahre 1949 von Wolfgang Wolinsky aus Wesel – war auch das Outfit der Besitzer: Petticoat, französischer Schick mit weiten Bundfaltenhosen, Strohhut und einem Kostüm in den französischen Nationalfarben komplettierten das Gesamtbild.

Der alte Opel entschleunigt

Die drei Ehepaare reisten bereits kurz vor 10 Uhr an, um auch in einer Gruppe zusammen stehen zu können. „Wenn wir mit unserem Opel fahren, ist das ein Gefühl, als wenn wir im Wohnzimmer sitzen“, verriet Gabriele Roth. „Entschleunigung pur. Außerdem sieht das Auto noch wie ein Auto aus.“ Hier habe sie noch Platz mit Rock und Hut. Gemeinsamkeiten mit dem heutigen Opel gebe es nicht mehr – außer dem Namen, der sei geblieben.

Als ein wahres Goldstück bezeichnet Wolfgang Wolinsky seinen alten Mercedes, den er vor gut zehn Jahren in Holland kaufte und ihn anfänglich Johannes taufte. Heute heißt das Goldstück Johanna. „Das Auto war anfänglich so zickig, wie es nur eine Frau sein kann“, erklärte Wolinsky die Namensänderung lachend. Das wohl wertvollste Auto im Bunde war ohne Zweifel der braun-beige Franzose von Roth. Von diesem Modell gebe es nur noch drei in Deutschland, so Roth.

Rennpappen und aufgemotzte Käfer ziehen die Augen auf sich

Neben alten Edelkarossen gab es teilweise auch skurrile Zwei-, Drei und Viertaktmotoren zu sehen. Eine Kolonne von Trabanten, die legendärsten Ostfahrzeuge, auch „Rennpappe“ genannt, sorgten für Schmunzeln. Aufgemotzte Käfer, sowie erstmals eine größere Gruppe von alten Lkw reihten sich auf dem Gelände zwischen den vielen Oldtimern ein. Obwohl der Stress für alle Aktiven an diesem Tag enorm groß gewesen sei, wie Schlei sagt, freue sich jeder, dass die Treffen mittlerweile so gut angenommen werden. „Natürlich sind wir als kleiner Verein mit nur 90 Mitgliedern stolz darauf. Das beweist, dass wir eine gute Zusammenarbeit leisten, und einen guten Zusammenhalt haben“.

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