Betuwe

Planungen Betuwe liegen offen - jetzt aktiv werden

Abgeschirmt wird der Bahnhofsbereich wirken, wenn die Lärmschutzwände errichtet sind, wie diese Animation der Bahn aus der Luft zeigt.

Foto: Deutsche Bahn

Abgeschirmt wird der Bahnhofsbereich wirken, wenn die Lärmschutzwände errichtet sind, wie diese Animation der Bahn aus der Luft zeigt. Foto: Deutsche Bahn

Wesel.   Planungsunterlagen liegen ab Montag zur Einsicht offen. Letzte Gelegenheit für Bürger, ihre Bedenken und Anregungen zu Protokoll zu geben. Danach gibt es keine Möglichkeit mehr, Einfluss zu nehmen

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Seit Jahrzehnten ist der Ausbau der Betuwe-Strecke in Wesel ein viel diskutiertes Thema, so manch einer kann es wahrscheinlich schon nicht mehr hören. Aber jetzt wird es ernst, und da ist jeder Einzelne gefragt, wie Bürgermeisterin Ulrike Westkamp betont.

„Sich darauf verlassen, dass schon jemand anders aktiv wird, zählt nicht“, fügt auch Gert Bork von der Bürgerinitiative „Betuwe – So nicht!“ hinzu. Wer sich jetzt nicht am Planfeststellungsverfahren beteilige, für den sei der Zug im wahrsten Sinne des Wortes abgefahren. „Der muss die Pläne der Bahn dann hinnehmen und kann nichts mehr tun.“ Ab Montag, 4. November, liegen die Unterlagen zur Einsicht offen. Stadtverwaltung und Bürgerinitiative hoffen darauf, dass zahlreiche Weseler ins Rathaus kommen, sich informieren und anschließend schriftlich ihre Bedenken, Sorgen, Kritik und Verbesserungsvorschläge zu den Plänen der Bahn formulieren.

In Raum 115 in der ersten Etage des Rathauses sind drei Sätze der 19 Ordner mit den vollständigen Planungsunterlagen ausgestellt, zudem gibt es zwei PC-Plätze, an denen dieselben Daten digital eingesehen werden können. An den Wänden sind Pläne zu sehen, auf Wunsch können Mitarbeiter der Stadt Daten per Beamer auch auf eine Leinwand projizieren oder Auszüge ausdrucken.

Einwendungen bis 17. Dezember

Mit Uwe Rosner und Norbert Terfurth stehen zwei Mitarbeiter der Stadt als Ansprechpartner zur Verfügung. Telefonisch sind sie unter 0281/203-2594 (Rosner) und 0281/203-2427 (Terfurth) erreichbar. Sie helfen Einwohnern, sich in den Unterlagen zurechtzufinden und wenn gewünscht auch beim Verfassen einer Einwendung. Diese muss bis 17. Dezember schriftlich eingegangen sein, entweder bei der Bezirksregierung (Dezernat 25, Eisenbahnangelegenheiten, Am Bonneshof 35, 40474 Düsseldorf) oder bei der Stadt Wesel (Fachbereich 1, Klever-Tor-Platz 1, 46483 Wesel). Wer möchte, kann sein Schreiben auch persönlich im Rathaus abgeben oder mündlich formulieren und von Mitarbeitern der Stadt niederschreiben lassen. „Wichtig ist, dass die Einwendung schriftlich und unterschrieben spätestens am 17. Dezember vorliegt“, erläutert Ulrike Westkamp. „Alles, was danach ankommt, und sei es nur einen Tag später, zählt nicht mehr.“

Schriftliche Einwendungen müssen bestimmte Informationen wie Namen, Adresse, persönliche Verhältnisse und die Auswirkungen des Bauvorhabens beinhalten. Als Leitfaden hat die Stadt ein Musterschreiben formuliert und zum Download auf ihrer Homepage www.wesel.de platziert. Dort gibt es auch eine Ausfüllhilfe mit Erläuterungen zur Bedeutung von Einwendungen in einem Planfeststellungsverfahren und weitere Infos.

Beteiligen sollte sich nicht nur, wer direkt an der Bahnlinie wohnt, betont Gert Bork. „Die fünf Meter hohe Lärmschutzwand sieht nachher jeder“. Fragen zu Erschütterungen oder Auswirkungen auf die Gesundheit würden sich auch für Menschen stellen, die nicht direkt an der Strecke leben. „Und selbst, wer in Ginderich oder Bislich wohnt, aber mit dem Zug zur Arbeit fährt, ist natürlich betroffen“, so Bork.

Veränderungen noch möglich

Ob Einwendungen schließlich Erfolg hätten und zu Veränderungen der Baupläne der Bahn führen, sei natürlich nicht garantiert, betont Gert Bork. Dennoch sei es wichtig, aktiv zu werden. „Ganz einfach, weil es jetzt noch die Möglichkeit gibt, etwas zu verändern. Es gibt sicher Spielräume bei der Bahn. Wenn wir jetzt nichts tun, ist es zu spät.“

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