Hilfsprojekt

Plastikdeckel aus Wesel helfen im Kampf gegen Kinderlähmung

Anne Oberdorfer, Edith-Luise Jäger, Ute Zuckermann (Mehrgenerationenhaus) und Lisa Heimann(Rotaract)  präsentieren die gesammelten

Foto: Markus Weissenfels

Anne Oberdorfer, Edith-Luise Jäger, Ute Zuckermann (Mehrgenerationenhaus) und Lisa Heimann(Rotaract) präsentieren die gesammelten Foto: Markus Weissenfels

Wesel.   Das Mehrgenerationenhaus sammelt die Kunststoffverschlüsse für die Weiterverwertung. Mit dem Erlös werden Polio-Impfungen finanziert.

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Sie werden meistens achtlos als Müll entsorgt – doch die festen Kunststoffdeckel von Getränkeflaschen und Tetrapacks sind wertvolles Material für die Wiederverwendung und obendrein lässt sich mit ihnen Gutes tun. Mit Hilfe des Rotaract-Clubs Wesel-Bocholt, der Jugendorganisation der Rotarier, werden sie im Mehrgenerationenhaus gesammelt. Der Gewinn fließt in den Kampf gegen die Kinderlähmung.

„Deckel drauf“ heißt das Projekt, an dem sich die Rotaract-Jugendlichen beteiligen. Im vergangenen Sommer ist Edith-Luise Jäger, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Mehrgenerationenhaus, auf die Idee gekommen, die Aktion aufzugreifen und auch in Wesel zu starten. Im dem Begegnungshaus stieß sie auf offene Ohren und so rührte sie zum Beispiel bei Geschäftsleuten in Wesel die Werbetrommel, verteilte Info-Material. Drei Geschäfte stellten sogar Sammelboxen auf, die die Ehrenamtlerin bei Bedarf leert.

28 Kilo Plastikdeckel wurden schon gesammelt

Im Oktober startete die Sammelaktion – und am gestrigen Donnerstag konnten die ersten Säcke mit insgesamt 28 Kilo Kunststoffdeckeln von Lisa Heimann, Präsidentin von Rotaract Wesel-Bocholt, in Empfang genommen werden.

Sie freute sich sehr über den Sammeleifer, denn: „500 Deckel sind eine Polioimpfung“, weiß sie. 500 Deckel sind etwa ein Kilo – und so können ungefähr 28 Impfungen für Kinder in Entwicklungs- oder Kriegsländern ermöglicht werden. Länder, in denen die Kinderlähmung noch ein häufiges Thema ist. „Ziel ist die Ausrottung der Polio“ erklärt Lisa Heimann. Außerdem, ergänzt sie, verdreifache die Bill & Melinda Gates-Stiftung die Sammelerfolge.

Jeder kann mitmachen

Die Kunststoffverschlüsse werden über die Rotarier an Recyclingunternehmen weitergegeben und für die Produktion von Neuware verwendet. Gartenmöbel oder Bänke können zum Beispiel daraus entstehen. Das eingenommene Geld wird vom Rotary Club zur Finanzierung der Impfungen weitergeleitet. „Das Gute an der Aktion ist, dass jeder mitmachen kann“, sagt Lisa Heimann. Egal ob reich oder arm – diese Spende könne sich jeder leisten. Und die Pfandflaschen können in Deutschland auch ohne Verschlüsse zurückgegeben werden, versichert Ute Zuckermann vom Mehrgenerationenhaus.

Die Recycling-Idee passt zum Konzept des Reparatur-Cafés des Mehrgenerationenhauses. Dort können Besucher die Plastikverschlüsse abgeben, aber auch zu anderen Zeiten. Im Hausflur steht eine Sammelbox. Die Initiatoren der Aktion hoffen, dass sich in Zukunft noch mehr Menschen beteiligen und mit dem vermeintlichen Abfall helfen, die Krankheit zurückzudrängen.

Das Reparatur-Café im Mehrgenerationenhaus, Am Birkenfeld 14, ist jeden letzten Montag im Monat von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Informationen unter 0281/95238135 oder per Mail: mgh@skfwesel.de

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