Bahnverkehr

Pro Bahn kritisiert Baustellenfahrplan: Züge reichen nicht

Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert die Verbindung zwischen Oberhausen und Wesel.

Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert die Verbindung zwischen Oberhausen und Wesel.

Foto: VON BORN, Ulrich / WAZ FotoPool

Kreis Wesel/Oberhausen.  Laut Pro Bahn reicht die Platzkapazität zwischen Oberhausen und Wesel nicht aus. Der Fahrgastverband fordert Nachbesserungen.

Nachdem am Wochenende der Bahnverkehr zwischen Oberhausen und Arnheim ganz eingestellt wurde, was zu Fahrzeitverlängerungen von bis zu zwei Stunden führte, sieht der seit gestern geltende Baustellenfahrplan auf der Strecke Oberhausen-Wesel nur einen einzigen Zug pro Stunde statt üblicherweise drei Zügen vor.

Dadurch werden laut Fahrgastverband Pro Bahn die Platzkapazitäten auf der Strecke extrem eingeschränkt, „es werden stündlich nur 510 Plätze angeboten. Im Normalfahrplan sind es werktags tagsüber 1.606, in der Spitzenstunde sogar 2.383. Diese Absenkung um 68 beziehungsweise 78 Prozent führt dazu, dass in den Spitzenzeiten zahlreiche Fahrgäste gar nicht mitfahren können. An die erforderlichen Mindestabstände zwischen den Fahrgästen ist dabei überhaupt nicht zu denken.

„Ersatzverkehr ist zu langsam“

Auch der vorgesehene Schienenersatzverkehr für den RE 5 ist für den Fahrgastverband keine Lösung, da dieser Bus zwischen Wesel und Oberhausen mehr als drei mal so lang wie der Zug unterwegs sei. Erschwerend komme hinzu, dass durch eine Taktverschiebung des RE 19 wichtige Anschlüsse Richtung Dortmund und Köln in Oberhausen und Duisburg nicht mehr erreicht werden könnten. Pro Bahn fordert eine kurzfristige Nachbesserung des Angebots.

„Da der zweistündliche ICE-Verkehr trotz der Baustelle fast unverändert verkehrt, ist aus unserer Sicht noch Kapazität auf der Strecke für weitere Züge, insbesondere in der morgendlichen Hauptverkehrszeit, gegeben. Da in den kommenden Jahren noch zahlreiche weitere Sperrpausen auf der Strecke vorgesehen sind, fordert Pro Bahn die Verantwortlichen – DB Netz, Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), Abellio Rail und National Express – auf, ein belastbares Konzept für die jeweiligen Sperrzustände (Vollsperrung, eingleisiger Betrieb auf verschiedenen Teilstrecken) mit ausreichenden Kapazitäten zu erstellen.

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