Neuerscheinung

„Pro-Gen“ heißt der neue Nervenkitzel aus Hamminkeln

Autor Wolfgang Brunner stellt sein neues Buch "Pro-Gen" in Hamminkeln in seinem Wohnzimmer vor.

Autor Wolfgang Brunner stellt sein neues Buch "Pro-Gen" in Hamminkeln in seinem Wohnzimmer vor.

Foto: Markus Weissenfels / FUNKE Foto Services

Hamminkeln.  Der Ringenberger Wolfgang Brunner hat sein 18. Buch veröffentlicht. Diesmal geht es um ein Genexperiment in einem Gefängnis, das schief läuft

Wolfgang Brunner hat es wieder getan. Der Ringenberger Autor hat ein neues Buch geschrieben, das der Redrum-Verlag nun herausgegeben hat. Es ist das 18. Buch aus der Feder des gebürtigen Freisingers und diesmal ist es ein Gefängnis-Thriller. Bei Brunner ist es wichtig zu schreiben, welches Genre er bedient, denn er lässt sich nicht festlegen. Absichtlich nicht.

Das mag auch damit zu tun haben, dass er selbst „wie ein Irrer“ liest und zwar alles, was ihm unter die Finger kommt. Das sieht man auch in seinem Haus in Ringenberg. Bücher, wohin das Auge blickt, aus allen möglichen Sparten. „Bis vor kurzem hatten wir keinen Fernseher, weil einfach kein Platz war“, erzählt der 55-Jährige lachend. Der ist mittlerweile im Wohnzimmer geschaffen worden für einen Flatscreen. Aber die Bücher dominieren deutlich.

Philosophische Gedankengänge gehören zum „Brunnertouch“

So wie Wolfgang Brunner liest, so schreibt er auch. Also jetzt nicht wie ein Irrer. Er ist einfach in unterschiedlichen Genres unterwegs. Das betrachtet er als Herausforderung. Deshalb hat er schon eine historischen Biografie über den Kapitan der Titanic, Edward John Smith, verfasst, Horrorbücher wie „Höllengeschichten“ und „Die Amduat-Pyramide“ geschrieben.

Auch Kinderbücher und Science Fiction sind ihm und seinen Lesern nicht fremd. „Für mich macht das einen Schriftsteller aus. Sich auch mit Dingen zu beschäftigen, die einem erst einmal nicht so liegen“, erzählt er. Bei seinem Debütroman, aus dem dann eine Trilogie wurde, geht es um das Leben nach dem Tod. „Damit habe ich mich Jahrzehnte beschäftigt“, erinnert sich Brunner.

Egal, in welcher Spielart er unterwegs ist, es gibt immer den „Brunnertouch“, wie der Ringenberger selbst sagt. Immer spielen philosophische Gedankengänge eine Rolle und die Liebe, „die darf nie fehlen“. Deshalb schätzt er auch Autoren wie Umberto Ecco und Michael Ende, deren Werke natürlich auch in seinen Bücherregalen stehen.

Autor bezeichnet die Idee selbst als „eigenwillig“

Nun also „Pro-Gen“. „Eine eigenwillige Idee“ nennt Brunner den Plot seines Buches. Da ist auf der einen Seite die Krankheit Progerie, eine sehr seltene genetisch bedingte Erkrankung, bei der die betroffenen Kinder wie im Zeitraffertempo zu altern scheinen. Die hat ihn interessiert. Also hat er recherchiert. Zum anderen hatte er mal die Gelegenheit für einen ganzen Tag ein Gefängnis zu besuchen, nicht nur für einen halbstündigen Besuch. Das hat ihn beeindruckt und auch etwas eingeschüchtert. „Stell Dir mal vor, da passiert jetzt was und Du bist - ohne zu wollen - mittendrin“, erinnert sich Brunner noch gut an seine Gedanken damals.

Einmal diese beiden Punkte gut durchmixen und schon ist der Gefängnis-Thriller da. Oder zumindest die Idee. Die gilt es dann auszuspinnen. Wobei Brunner meist so arbeitet, dass er einen Ausgangsplot hat und prinzipiell auch ein Ende. Wobei prinzipiell ein wichtiges Wort ist, denn es kann durchaus passieren, dass sich während des Schreibprozesses die Geschichte in eine andere Richtung entwickelt, als ursprünglich angedacht. Wie es im wirklichen Leben ja auch passiert.

Auf dem Anstaltsgelände bricht eine Meuterei aus

In Brunners neuem Thriller wird in einer JVA ein Experiment an Häftlingen durchgeführt, um die überfüllten Haftanstalten des Landes zu entlasten: Den Betroffenen wird das isolierte Gen der Progerie-Krankheit injiziert. Daraus resultierend altern die Häftlinge zehnmal so schnell als von der Natur vorgesehen und können die Anstalt schneller verlassen, um Platz für neue Gefangene zu machen. Doch das Gen führt bei den Inhaftierten zu verstärkten Aggressionen. Als einigen Häftlingen die Flucht aus ihren Zellen gelingt, bricht wenig später auf dem Anstaltsgelände eine Meuterei aus.

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