Unternehmerfrühstück

Pro Mittelstand Hamminkeln zu verschärftem Datenschutz

Informierten über Datenschutz (v. li.): IT-Leiter Christoph Nienhaus, Pro-Mittelstand-Vorsitzender Walter Münnich  und Rechtsanwalt Karsten Keilhack.

Foto: Johannes Kruck

Informierten über Datenschutz (v. li.): IT-Leiter Christoph Nienhaus, Pro-Mittelstand-Vorsitzender Walter Münnich und Rechtsanwalt Karsten Keilhack. Foto: Johannes Kruck

Hamminkeln.   Das Unternehmerfrühstück von Pro Mittelstand klärte über Neuerungen und Risiken einer Gesetzesänderung auf, die am 25. Mai 2018 in Kraft tritt.

Walter Münnich, Vorsiteznder von Pro Mittelstand Hamminkeln, sagte zur Begrüßung, ihm fange an, „leicht grausam zu werden“, wenn er an die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung denke.

Diese löst am 25. Mai 2018 das Bundesdatenschutzgesetz ab, um so ein einheitliches hohes Schutzniveau für alle 28 EU-Mitgliedsstaaten zu schaffen. Zwei Experten referierten gestern beim Unternehmerfrühstück in Hamminkeln darüber, was diese Neuerung konkret für die Firmen in der Issel-Stadt bedeutet.

Christoph Nienhaus, IT-Leiter der amerikanischen Firma Cisco Systems, wohnt seit 2009 in Wertherbruch.

Der 43-jährige „Systems Engenieer“ sagt, sein Unternehmen sei „Weltmarktführer Netzwerk“ und erklärt, nahezu jeder würde von seinem Arbeitgeber profitieren: „Ohne Cisco kein Internet.“ Nienhaus stieg mit einer Vorüberlegung ein: „Datenschutz schützt keine Daten, sondern Menschen.“ Als amüsantes Beispiel nannte er den Fall einer US-Seitensprung-Agentur, dessen 35 Millionen Kundendaten ins öffentlich einsehbare Internet gelangten und so nicht nur zur schnellen Insolvenz der Agentur führte. Denn: „Daraufhin stieg die Scheidungs-Quote signifikant an – die Selbstmordrate übrigens auch.“

So schlimm dürften Fehler beim Datenschutz von Hamminkelner Firmen vermutlich nie werden, doch die Vorgaben verschärfen sich am 25. Mai kommenden Jahres drastisch und werden vor allem bei Verstößen stärker spürbare Folgen haben.

Wie Nienhaus erläuterte, müssen alle Unternehmen, bei denen mindestens zehn Mitarbeiter auf personenbezogene Daten Zugriff haben, einen Datenschutzbeauftragten benennen. „Außerdem wird Datenschutz zur Chefsache.“

Eine deutlich weitergehende Haftung wird kommen

Rechtsanwalt Karsten Keilhack, Fachanwalt für Handels-und Gesellschaftsrecht der Hamminklener Kanzlei HTM Meyer, Venn & Partner, ergänzte, „gravierende Folgen für Unternehmen“ seien vor allem „eine deutlich weitergehende Haftung“.

Außerdem würde es dann eine erweitere Dokumentations-, Nachweis- und Informations-Pflicht geben.

Zudem würden die Schadensersatzansprüche deutlich ausgeweitet: „Bei Fehlern und Verstößen drohen nun Geldbußen von bis zu 20 Mio. Euro oder von bis zu 4 Prozent des globalen Umsatzes der Firma“, so Keilhack.

Er erwähnte ein „möglicherweise neues Geschäftsmodell“ von Abmahnfirmen, die gezielt nach Verstößen suchen und daraus Profit schlagen wollen.

Das wiederum bezeichnete Hamminkelns Bürgermeister Bernd Romanski als „die eigentliche Bombe“ dieses Themas.

Auch IT-Experte Nienhaus spricht von „einem Minenfeld“.

Und Walter Münnich fasst zusammen: „Wichtig ist jetzt, das Bewusstsein zu wecken.“

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