Wassersport

Rheinwoche lockt – Regatta vor der Rheinpromenade in Wesel

Bei der  Rheinwoche werden über 100 Segelboote den Yachthafen in Wesel ansteuern.

Bei der Rheinwoche werden über 100 Segelboote den Yachthafen in Wesel ansteuern.

Foto: Gerd Hermann / FFS

Wesel.  Europas größter Wettkampf von Segelbooten auf einem Fluss, die Rheinwoche, macht am Pfingstsamstag in Wesel Station.

Hendrik Ridder ist voller Vorfreude auf das Pfingstwochenende: Der Vorsitzende des Weseler Yacht-Clubs ist mit seinem Verein Mitorganisator von Europas größter Flussregatta – der Rheinwoche. „Wassersport auf dem Rhein halten viele ja für gar nicht möglich“, sagt der 58-Jährige, der „in jungen Jahren“, wie er es nennt, selber rund zehn Mal bei der Rheinwoche mit am Start war. „Das ist schon besonders anspruchsvolles Segeln“, ergänzt Ridder.

Thomas Häusler, Schriftführer des Yacht-Clubs, ergänzt, dass es zudem ein „echtes Spektakel und tolles Bild“ sein wird, wenn in den frühen Abendstunden des Pfingstsamstag, 8. Juni, über 100 Segelschiffe in Wesel ankommen werden.

Perfekter Blick für die Zuschauer

Während vermutlich hunderte Zuschauer von der Rheinpromenade aus die letzten paar hundert Meter des Wettkampfs an diesem Tag entspannt mitverfolgen können, ist das Rennen für die Segelsportler Schwerstarbeit, versichert Ridder: „Danach ist man kaputt wie ein Hund!“ Erstmals seit 1960 führt die Rheinwoche wieder von der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf bis ins niederländische Arnheim. Nicht nur deshalb ist die Regatta sehr international: „Aus Deutschland, den Niederlanden, England, Schweden und auch Dänemark kommen die Teilnehmer“, erzählt Ridder.

Der erste Startschuss in Düsseldorf erfolgt am Pfingstsamstag um 9.55 Uhr. Nach und nach gehen dann die insgesamt sechs Wertungsklassen ins Rennen. Die erste Etappe führt dann bis nach Duisburg-Ruhrort, wo die Segler ab Mittag erwartet werden.

Danach geht es dann weiter rheinabwärts bis kurz hinter der Weseler Niederrheinbrücke der erste Wettkampftag endet. Ab etwa 17 Uhr sei mit der Ankunft der schnellsten Boote zu rechnen, doch das sei nie so genau vorherzusagen, berichten die Organisatoren. „Denn es gibt mehrere Gefahrenpunkte: Berufsschifffahrer, Wasserstände, Flussbiegungen und sich ständig ändernde Windrichtungen“, gibt Henrik Ridder einen Einblick aus Teilnehmersicht.

„Das ist ja gerade der Reiz an der Rheinwoche. Der Glücksfaktor spielt also auch immer eine Rolle“, ist sich der Yacht-Club-Chef sicher. Begleitboote sowie die Wasserschutzpolizei und die DLRG sichern das Rennen auf dem Rhein ab.

„Zum Glück ist bisher noch nie jemand ernsthaft verletzt worden, einige Masten sind allerdings schon zu Bruch gegangen“, ergänzt Ridder.

Spektakuläre 180-Grad-Kehre

Die über 100 Segelschiffe werden dann einige hundert Meter flussabwärts der Weseler Rheinpromenade fast eine 180-Grad-Kehre einlegen, in den Weseler Yachthafen einfahren und dort für die Nacht anlegen.

Auch das Begleitboot der Rheinwoche – das über 60 Meter lange Passagierschiff Eureka – wird am Abend im Weser Yachthafen festmachen. „Das wird ein imposantes Bild werden“, freut sich Häusler.

Dann beginnt der gesellige Teil des Tages – auf der Terrasse des Yachtclubs steigt die Rheinwochen-Party mit Musik und Spanferkel. Ab 19 Uhr schließt sich die Oldie-Night mit DJ Blenk an. „Alles ist öffentlich: Jeder ist herzlich willkommen. Und die Gäste können bei uns ganz viel über Wassersport erfahren“, lädt Ridder ein.

Am nächsten Morgen setzt sich dann der Segeltross gegen 10 Uhr wieder flussabwärts in Bewegung – über das Etappenziel Rees führt die Rheinwoche am Pfingstsonntag bis nach Emmerich, wo die Boote im Hüthumer Meer einlaufen werden.

Montag über die Landesgrenze

Montag folgt dann der letzte Abschnitt der Rheinwoche 2019, wenn es über die Landesgrenze bis zum Zielhafen in Arnheim geht. Der Weseler Yacht-Club ist aber nicht nur mit der Organisation beschäftigt: „Wir haben auch selber vier Boote am Start“, ergänzt Ridder. Auch die Weseler Segel-Kameradschaft sei mit einigen Booten aktiv dabei. Der dritte Weseler Wassersportverein, der die Rheinwoche aktiv unterstützt, ist die Yachtabteilung der Ruder-und-Tennisgesellschaft.

>>> VIELE VERSCHIEDENE BOOTSTYPEN SIND AM START:

Zahlreiche unterschiedliche Segelboote werden an der Rheinwoche teilnehmen: Neben Drachenbooten sich auch Jollen (Piraten und Kosare) mit von der Partie. Auch Ynglings (Kielboote) und H-Boote gehen bei dem Wettbewerb an den Start.

Weitere Bezeichnungen der Schiffe sind Shark 24, Varianta sowie 420er- und 505er – letztere geben die Länge der Boote in Zentimetern an.


Die Rheinwoche 2019 kann man live im Internet verfolgen. Auf jedem Segelboot loggt sich ein Teilnehmer mit seinem Handy in eine neue SAP-App ein und ist auf der Website immer sichtbar.

So kann man alle Boote vom Start bis zum Ziel verfolgen. Die Ortung dient zunächst Sicherheitszwecken, damit die Sicherheitskräfte und die Wettfahrtleitung über die Standorte bescheid weiß. Darüber hinaus ist es aber auch interessant für die Daheimgebliebenen und andere Interessierte, wie der Verlauf der Regatta aussieht.

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