Verhandlung

Reitstall-Besitzer aus Wesel steht erneut vor Gericht

Hier am Weseler Amttsgericht wird verhandelt.

Foto: Markus Weißenfels

Hier am Weseler Amttsgericht wird verhandelt. Foto: Markus Weißenfels

Wesel.   66-jährigem Weseler wird wiederum sexuelle Nötigung einer Reiterin vorgeworfen. Prozessauftakt war am Donnerstag am Amtsgericht in Wesel.

Ein 66-Jähriger aus Wesel muss sich seit Donnerstag vor dem Schöffengericht verantworten. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, sich mehrmals an einer Reiterin vergangen zu haben, die in seinem Reitstall in Wesel ihr Pferd untergestellt hatte.

Zum Prozessauftakt zog es der Beschuldigte vor zu schweigen, wollte noch nicht einmal Angaben darüber machen, ob er noch berufstätig ist. Laut Anklage soll der Pferdezüchter im Herbst 2015 und Ende des selben Jahres mindestens zweimal eine heute 42-jährige Weselerin sexuell genötigt haben.

Diese Zeugin sagte am Donnerstag ausführlich vor Gericht aus: Sie habe etwa drei Jahre zuvor für ihr Pferd einen Stall gesucht und wurde bei dem Angeklagten fündig.

Zeugin spricht von "seltsamen Annäherungsversuchen"

Dafür habe sie monatlich mehr als 200 Euro gezahlt. Sie gab weiter an, dass sie sich dort auch um andere Pferde gekümmert und verschiedene Stalldienste verrichtet habe.

Die leidenschaftliche Reiterin machte im Zeugenstand deutlich, dass sie jedoch eigentlich immer nur wegen ihres Pferdes zum Stall gekommen sei und keinen Kontakt zu anderen Reitern und schon gar nicht zum Reitstall-Besitzer gesucht habe.

Nach ihrer Schilderung sei es immer häufiger zu seltsamen Annäherungsversuchen des Angeklagten gekommen. Er habe versucht, sie zu küssen, sich Kosenamen für die Frau ausgedacht und verlangt mit ihr zu duschen. Deshalb sei sie ihm so gut es ging aus dem Weg gegangen, was jedoch nicht immer möglich war.

Bereits 2016 wegen ähnlicher Anklage verurteilt

Zu einem ersten gravierenden Vorfall sei es dann in der Futterkammer gekommen: Als die Reiterin gerade den Blick in ihren Spind gerichtet hatte, habe der Stallbesitzer sie von hinten begrapscht. „Es war so furchtbar, total erniedrigend“, sagte die Mutter im Zeugenstand aus.

Zu einem noch schlimmeren Fall sei es dann einige Tage später gekommen, als der Beschuldigte sie in ihrer eigenen Wohnung aufgesucht habe. Obwohl sie ihn mehrfach aufgefordert hatte, zu gehen, habe er sie in mehrfacher Hinsicht sexuell genötigt.

Der Prozess wird am 25. Januar um 9 Uhr am Amtsgericht in Wesel öffentlich fortgesetzt. Bereits 2016 war der Pferdezüchter am Weseler Amtsgericht wegen sexuellen Missbrauchs zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt worden.

Damals sah es das Gericht als erwiesen an, dass sich der Senior an einer seinerzeit 15-jährigen Reiterin in seinem Stall vergangen hatte.


Unsere damalige Berichterstattung gibt es hier.

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