Radtourismus

Reize am Wegesrand: Eine Radtour auf der 3-Flüsse-Route

Der Reisejournalist Matthias Berns wirbt in Krudenburg für die 3-Flüsse-Route. Und genießt dann eine verdiente Bratwurst von Matthias „Matze“ Müller, der ausnahmsweise mal in der Woche die Dudel Bude geöffnet und den Grill angeworfen hat.

Der Reisejournalist Matthias Berns wirbt in Krudenburg für die 3-Flüsse-Route. Und genießt dann eine verdiente Bratwurst von Matthias „Matze“ Müller, der ausnahmsweise mal in der Woche die Dudel Bude geöffnet und den Grill angeworfen hat.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Hünxe/Schermbeck.  Die Region Lippe-Issel-Niederrhein will Touristen locken – da hat sie den Reiseblogger Matthias Berns auf die 3-Flüsse-Route gesetzt.

Matthias Berns strahlt und schwärmt. Gemeinsam mit seiner Frau Adriana Löffler kommt er punktgenau an der Krudenburger Dudel Bude angeradelt. Der Reisejournalist ist für die Region Lippe-Issel-Niederrhein auf der 3-Flüsse-Route unterwegs und das nicht zum ersten Mal: 2019 ist der Reiseblogger im nördlichen Bereich zwischen Raesfeld und Rees unterwegs gewesen, mit Stopps unter anderem bei Kloster-Kraul in Wertherbruch, in Bislich und Diersfordt. Noch heute schwärmt der 53-Jährige davon.

Die Schrullen der Adeligen

Jetzt zwei Tage der südöstliche Teil der Route: Etwas Münsterland, dazu Hohe Mark und Dämmerwald, Deiche, Adelssitze wie Schloss Gartrop mit seiner Jugendstilkunst im Damensalon und afrikanischen Jagdtrophäen – und das Hüchtenbruch-Epitaph in der Hünxer Dorfkirche, „der hat sich gleich mit zwei Frauen abbilden lassen“, scherzt Berns mit Blick auf Albrecht Georg Hüchtenbruch und seine Frauen Gertrud Sophie von Diepenbroich und Anna Luise von Quadt.

Berns nimmt sich Zeit auf seinen Touren – für Museen, schöne Gärten, für weite Blicke oder dunkle Wälder. Er lobt das Knotenpunktsystem für Radfahrer, „Ich brauche kein GPS und Handy, um meinen Weg zu finden“, sagt er. Urlaub in NRW und vor allem die 3-Flüsse-Route haben es ihm angetan. „Heute Abend werden wir afrikanisch essen, so etwas müssen Sie in Düsseldorf lange suchen.“ Ziel ist Haus Mühlenbrock in Schermbeck.

Doch bevor der Tisch gedeckt wird – Berns lobt die Gastronomie am Wegesrand von edel im Voshövel bis bodenständig-schlicht in der Dudel Bude mit der gesamten Palette dazwischen. Bevor es lecker wird, geht es noch nach Erle und Raesfeld, Wesel und das LVR Niederrhein-Museum standen schon auf dem Plan, Götterswickerhamm auch. Seine Eindrücke und Fotos sind demnächst nachzulesen auf www.reiseblog-nrw.de. Alle hier beschriebenen Touren hat er selbst erradelt und fotografiert.

Die Region bekannt machen

Mit von der Partie an der Dudel Bude waren Hünxes Bürgermeister Dirk Buschmann und Schermbecks Tourismusbeauftragte Birgit Lensing. „Wir wollen im Tourismus wachsen“, sagt Buschmann, es ist wichtig, dass die Leute uns kennen.“ Dabei gehe es nicht darum, die Massen anzulocken. „Die 3-Flüsse-Route hat eine eigene Klasse.“ Früher habe man immer nur in der eigenen Gemeinde gedacht und 15- bis 20-Kilometer-Touren in Hünxe angeboten. Heute, auch in Zeiten der E-Bikes, haben die Touren 50 bis 60 Kilometer am Tag und sind regional.

„Früher ging es mir darum, Strecke zu machen“, sagt Matthias Berns. Heute nimmt er sich lieber die Zeit zu entdecken, was die Strecke ihm bietet. „Ich fahre mit Genuss“, sagt der Monheimer. Und den will er auf seinem Blog mit anderen teilen, ihnen schöne Orte in NRW zeigen, die eine Reise lohnen. Wie Krudenburg beispielsweise.

Die 3-Flüsse-Route führt durch sieben Kommunen

Die 3-Flüsse-Route ist 161 Kilometer lang und verbindet die Kommunen Hamminkeln, Hünxe, Raesfeld, Rees, Schermbeck, Voerde und Wesel. Sie ist ein Projekt der Leader-Region Lippe-Issel-Niederrein. Die Hauptroute lässt sich in kürzere Etappen untergliedern und mit diversen Nebenrouten kombinieren, so dass Tagestouren individuell geplant werden können. Zur Planung der anstehenden Radtour steht eine kostenlose App bereit, sie und weitere ausführliche Informationen zur Route gibt es hier.

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