Hochwasser

Rhein: Wesel hat eine Leiste mit historischen Pegelständen

Teilnehmer des Arbeitskreises, Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie der Firma Hülskens trafen sich zur offiziellen Einweihung der Pegelleiste am Brückenpfeiler an der Rheinpromenade.

Teilnehmer des Arbeitskreises, Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie der Firma Hülskens trafen sich zur offiziellen Einweihung der Pegelleiste am Brückenpfeiler an der Rheinpromenade.

Foto: Lars Fröhlich

Wesel.   Der Rhein ist eng mit der Stadt Wesel verbunden. Eine neue Pegelleiste mit historischen Hochwassermarken ist nun an der Rheinpromenade zu finden.

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Auf Sturm und Hochwasser zu Beginn des vergangenen Jahres folgte bekanntlich das Niedrigwasser im heißen Sommer. Auch an den vergangenen Tagen schlug das Wetter Kapriolen: Nach Schnee und Kälte lockte die Sonne am Montagnachmittag Fahrradfahrer und Spaziergänger an die Rheinpromenade. Dabei mag einigen etwas Neues aufgefallen sein: Am Brückenpfeiler der alten Eisenbahnbrücke wurde eine Pegelleiste mit historischen Hochwassermarken angebracht – ein Projekt, das die Stadt gemeinsam mit der Firma Hülskens umgesetzt hat.

„Rheinauf- und rheinabwärts haben die Städte so etwas längst“, hier sei das eher versteckt gewesen, freut sich Günther Quast aus dem Arbeitskreis über die angebrachte Leiste. Bislang gab es ältere Pegelmarken am mittleren Brückenpfeiler und an einem ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäude (jetzt Q-Stall). Auf der neu angebrachten Leiste gibt es insgesamt 13 ausgewählte Pegelstände von 1855 bis 1995 zu sehen, die in höhenmäßige Relation zueinander gesetzt worden sind.

Als 1855 der Deich in Bislich brach

Diese Zahlen und Maße machen greifbar, wie der Rhein und das Thema Hochwasser die Stadt Wesel in der Vergangenheit beeinflusst haben. 1855 sei das Hochwasser durch Eisgang hervorgerufen worden, in Bislich sei der Deich gebrochen, sagte Stadtarchivar Dr. Martin Roelen. „So eine Urkraft steckte dahinter.“ Auch das Jahr 1920 ist verzeichnet, als das Hochwasser durch Unwetter ausgelöst worden sei. An 1995 könne er sich noch gut erinnern, damals sei er mit dem Zug zur Arbeit gefahren und habe den Rhein beobachten können.

„Es gab ja dramatische Hochwasser“, sagte Bürgermeisterin Ulrike Westkamp bei der offiziellen Einweihung am Montag. Die angebrachte Pegelleiste sei Teil eines Maßnahmenprogramms, um die Rheinpromenade attraktiver zu gestalten. Eigentlich habe man vor der Anbringung der Pegelleiste die Brückenpfeiler sanieren wollen, doch dies sei eine teure Angelegenheit, „wir wollten nicht warten“.

Daten vom Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg

Die Fertigung in der Werkstatt am Hafen dauerte nur eine Woche, sagte Lutz van der Kuil, der als Leiter der hiesigen Werkstatt für die handwerkliche Umsetzung bei Hülskens für das Projekt verantwortlich war. Mehr Zeit nahmen da die Planungen und Absprachen in Anspruch. So habe das Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg bei der Berechnung der Daten geholfen.

Denn da in den verschiedenen Epochen der Datenerhebung immer andere 0 Pegelpunkte existierten, mussten die Daten zum Vergleich angepasst werden. Auch die Denkmalbehörde der Stadt sei in den Prozess involviert gewesen, so seien etwa in Absprache die Befestigungspunkte der Leiste in die Fugen gesetzt worden, um den Stein nicht zu beschädigen, sagte van der Kuil. „Mit Hochwasser haben wir auch als Unternehmen immer schon zu tun gehabt“, betonte van der Kuil und verwies auf Gerhard Hülskens, den Gründer des Unternehmens, der als Deichgräf tätig war.

  • Gesponsert wurde die Pegelleiste mit Kosten von rund 2000 Euro von der Firma Hülskens.
  • Die Pegelleiste gehört zu weiteren Maßnahmen, die zur Gestaltung der Rheinpromenade beitragen sollen. Dazu zählen etwa auch der Biergarten am Rhein, 24 neue Bänke an der unteren Promenade, neue Bäume sowie der Bau einer Boule-Spielfläche.

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