Soziales

Rollender Butler mit Mission

Jörn Dreuw als rollender Spenden-Butler am Rhein in Wesel.

Jörn Dreuw als rollender Spenden-Butler am Rhein in Wesel.

Foto: FUNKE Foto Services

Wesel.   Jörn Dreuw ist mit seinem Einrad als Butler unterwegs. Er will auf die Erdbebenopfer von Nepal aufmerksam machen und fordert zu Spenden auf.

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Es wirkt ein bisschen verrückt, wenn Jörn Dreuw plötzlich anrollt. Viele Fahrradfahrer werden von dem Mann mit der außergewöhnlichen Kleidung und dem nicht minder außergewöhnlichen Verkehrsmittel überrascht. Der 45-Jährige ist trotz der sommerlichen Temperaturen adrett angezogen. Er trägt nicht nur Hemd und Krawatte, sondern auch noch Weste und Frack, dazu weiße Handschuhe - und in dem Fall vielleicht nicht ganz so zum restlichen Look passend - einen Helm. Schließlich ist der gebürtige Aachener, der seit über 20 Jahren in München wohnt, mit dem Elektro-Einrad unterwegs, und die Kopfbedeckung dient der Sicherheit. Das Gefährt und das Aussehen des Fahrers sorgen sofort für Gesprächsstoff. Und genau das will Jörn Dreuw ja erreichen.

Akademiebesuch im Sabbatjahr

Dreuw, der sich Spenden-Butler nennt, bereut die Wahl dieses Begriffs schon, weil er mittlerweile Nepal-Butler passender findet. Schließlich ist er für die Erdbebenopfer in Nepal unterwegs und möchte auf deren Schicksal aufmerksam machen. Dabei nimmt der gelernte Butler kein Geld entgegen, sondern verweist auf seine Internetseite und die Vereine, die er unterstützt (siehe Box). Dienstagabend ist er im Kaiserhof abgestiegen, Mittwochmorgen entlang des Rheins weitergerollt. Immer über den Deich bis nach Rees. Es ist die dritte Tour dieser Art, die der 45-Jährige seit Mai ehrenamtlich unternimmt. Erst ging’s entlang der Donau von Regensburg nach Passau, dann an Elbe, Havel und Spree von Hamburg nach Berlin und nun parallel zum größten deutschen Strom von Königswinter nach Emmerich. Am 21. Juli ist er losgefahren, Freitag will er in seiner Heimat Aachen sein.

Lange Zeit war der Mann als Journalist tätig. Bei Burda, zuletzt bei Focus-Online. Vor fünf Jahren nahm er sich eine Auszeit, ein Sabbatjahr, und besuchte die Internationale Butler-Akademie bei Utrecht in den Niederlanden. Die ist mittlerweile in Valkenburg zu finden und erfreut sich großer Beliebtheit. Dass Jörn Dreuw tatsächlich mal als Butler arbeiten würde, hatte er damals dabei ebenso wenig im Sinn wie einst Journalist zu werden. Gänzlich ausschließen würde er einen solchen Job aber dennoch nicht.

Das Haus am Eaton Place

Butler haben auf den Wahl-Münchener schon immer eine besondere Faszination ausgeübt. „Das Haus am Eaton Place“ war eine seiner bevorzugten Fernsehserien, die er gern mit seiner Oma zusammen angeschaut hat. Und als dann eine dreiteilige TV-Serie über die niederländische Butlerschule lief, war es um ihn gänzlich geschehen. „Das muss irgendwie hängengeblieben sein“, sagt er heute.

Gegen elf saß er am Mittwoch noch in seinem Hotel, um sich gleich die nächste Etappe vorzunehmen. Eigentlich wollte er auch nach Xanten, aber das würde zeitlich ein Problem werden, zumal eine Akkuladung für das Hightech-Einrad zwar für maximal 25 Kilometer reicht, dann aber eine zweieinhalbstündige Aufladephase folgen müsste. Also muss Dreuw immer ein bisschen haushalten.

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