Asylpolitik

Romanski redet in Hamminkeln Tacheles beim Thema Flüchtlinge

Auf dem Podium bei der Diskussionsrunde 60+ zum Thema Flüchtlinge und Perspektiven sprach Bürgermeister Bernd Romanski deutliche Worte.

Auf dem Podium bei der Diskussionsrunde 60+ zum Thema Flüchtlinge und Perspektiven sprach Bürgermeister Bernd Romanski deutliche Worte.

Foto: Lars Fröhlich

Hamminkeln.   Bürgermeister wirft der Bezirksregierung vor, Hamminkeln gezielt Flüchtlinge ohne Bleibeperspektive zuzuweisen

Die Gesprächsreihe „Treff für 60+ Junge Alte“ der evangelischen Kirchengemeinde Hamminkeln zu Rückblick und Ausblick der Flüchtlingsthematik nutzte Bürgermeister Bernd Romanski am Mittwochnachmittag zu einem Rundumschlag gegen die Oberbehörden. Die Lage 2015/2016 bezeichnete er als „komplettes Staatsversagen. Da dürfen wir uns nicht wundern, dass viele Menschen skeptisch sind.“

Dann schilderte er noch einmal sehr anschaulich, wie sehr die Bezirksregierung Arnsberg überfordert und nicht in der Lage gewesen sei, den Kommunen auch nur Ansatzweise Informationen darüber zu liefern, wer überhaupt kommt und wie viele, wie jeden Tag Busse auf dem Parkplatz hielten und Menschen ausstiegen. „In der Spitze waren das 30 Menschen pro Tag, wir waren auf 200 eingerichtet. Du weißt gar nicht, wohin damit.“ Ohne die enorme Hilfsbereitschaft der Menschen „hätten wir das nicht ansatzweise hinbekommen. Es war ein komplett unklarer Prozess.“

Kein permanentes Wiederholen von Stammtischparolen

Auch heute, nachdem sich die Lage ein wenig beruhigt hat, vermisst Romanski einen bundesweiten „Masterplan“, der auch umsetzbar ist. „Was uns überhaupt nicht hilft, ist permanentes Wiederholen von Stammtischparolen.“

Bis heute ärgere er sich schwarz darüber, dass Hamminkeln durch die Bewältigung des Flüchtlingsansturms, trotz aller Sparbemühungen in den letzten Jahren, wieder auf dem Verschuldungsstand von 2002 steht: „Als Kommune bleiben wir auf jeder Menge Kosten sitzen.“ Er unterstellt den Oberbehörden, dass sie „gezielt Menschen ohne Bleibeperspektiven“ nach Hamminkeln schickten. Denn dann müssen sie nur drei Monate für diese Menschen zahlen, danach übernimmt die Kommune zähneknirschend die Kosten. „Das ist, was die Bürger verärgert.“

Was passiert nach 2019 mit den Unterkünften?

Mit Blick auf die Zukunft versucht die Stadt für die Flüchtlingsunterkünfte Daßhorst in Hamminkeln und Kreuzstraße in Mehrhoog das„Übergangsbaurecht“, das im nächsten Jahr ausläuft, entweder zu verlängern oder neue Standorte in Dingden, Brünen und Hamminkeln zu finden.

Die heruntergekommene Unterkunft in der Belenhorst in Ringenberg würde Romanski lieber heute als morgen freiziehen. Allein die Flüchtlinge wehrten sich mit Händen und Füßen, weil sie in Ringenberg Einzelzimmer haben, in der Daßhorst in Hamminkeln allerdings zu Zweit in Containern wohnen müssten.

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