Regionalplanung

RVR sieht offenbar Seenplatte in Wesel-Obrighoven vor

Ludger Hovest, Karl-Heinz Hasibether, Ludger Becker und Norbert Schulz-Wemhoff (von links) vor der Fläche, um die es geht.

Foto: Markus Joosten

Ludger Hovest, Karl-Heinz Hasibether, Ludger Becker und Norbert Schulz-Wemhoff (von links) vor der Fläche, um die es geht. Foto: Markus Joosten

Wesel.   Statt die Auskiesung Pettenkaul zu erweitern und die Abgrabung Histenbruch einzuzeichnen soll in Obrighoven eine neue Seenplatte entstehen.

Das Verhältnis zwischen dem Regionalverband Ruhr (RVR), der oberen Planungsbehörde auch für den Niederrhein, und der Stadt Wesel ist momentan schon mit Blick auf die Kombibad-Planung nicht das beste. Da überbringt SPD-Fraktionschef Ludger Hovest die nächste Hiobsbotschaft aus Essen. Er weiß von einem RVR-Geheimpapier, das eine riesige Auskiesungsfläche in Obrighoven vorsieht, spricht von geschätzten 50 bis 60 Hektar.

Marschrichtung seit Jahren klar

Dabei sei die Marschrichtung in der Rheinstadt seit Jahren klar: Man möchte die bestehenden Abgrabungen vergrößern statt neue Löcher aufzumachen, wie Hovest es ausdrückt. Dazu gehört die Büdericher Abgrabung Pettenkaul genauso wie die Auskiesung Histenbruch, die Dienstag Thema im Rat sein wird, und die Auskiesungen an der Lippe. Das reiche für die nächsten 20, 30 Jahre. Pettenkaul und Histenbruch spielten im Regionalplan nun aber keine Rolle mehr.

Verärgert steht Hovest mit den Genossen Karl-Heinz Hasibether, Ludger Becker und Norbert Schulz-Wemhoff an der Bärenschleuse und schaut auf die großen landwirtschaftlichen Flächen, das Obrighovener Feld. Sie liegen mitten im Landschaftsschutzgebiet sowie im Überschwemmungsbereich der Issel. Die neue Stromtrasse läuft hindurch und es handelt sich um ein Naherholungsgebiet in einem Bereich, der ansonsten von Gewerbegebieten geprägt ist. Nicht zuletzt steht die Bärenschleuse unter Denkmalschutz.

Drei Resolutionen

Misstrauisch war Hovest geworden, als er von „noch ganz anderen Kiesflächen“ bei der Regionalplanung in Wesel erfuhr. Denn eigentlich hätte klar sein müssen, was Wesel will. „Ich hätte nie gedacht, dass eine Oberbehörde etwas völlig anderes ausweist als besprochen“, sagt er. Erst nach mühsamer Recherche wisse er nun mehr. Daraufhin habe er alle hier tätigen Kiesfirmen abtelefoniert, um zu erfahren, ob sie es vielleicht waren, die hier ihre Wünsche geäußert hätten. Sie seien allerdings aus allen Wolken gefallen und hätten dies verneint.

Jetzt gibt es für die Sozialdemokraten nur noch einen Weg: „Wir müssen dagegen angehen.“ Und das, bevor im November in einer Sitzung Nägel mit Köpfen gemacht werden. „Das ist ein unmögliches Verfahren“, schimpft Hovest. „Hier wird wie die Axt im Walde vorgegangen.“ Besonders schlimm findet er, dass der zuständige RVR-Beigeordnete Martin Tönnes gesagt habe, die Stadt habe für die Auskiesung Pettenkaul nie einen Antrag gestellt. Dabei lägen drei Resolutionen vor. Der Antrag werde nun nachgereicht. „Gerade der Herr Tönnes hat uns schon mehrmals reingelegt“, habe die Stadt immer hingehalten und auf falsche Fährten gelockt, so Hovest.

>>>POST AUS WESEL

RVR-Direktorin Karola Geiß-Netthöfel bekommt Post aus Wesel. Darin teilt die SPD mit, dass sie „mit allen uns zur Verfügung stehenden politischen Mitteln dagegen ankämpfen“ wird. Sie solle das Verfahren stoppen und mit der Stadt einen Konsens über bestehende, zu erweiternde und künftige Auskiesungsflächen herbeiführen. Derweil hat Hovest Politiker in den Nachbarkommunen dafür sensibilisiert, dass auch dort deutliche Veränderungen vorgenommen worden sein könnten - ohne Rücksprache.

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