Natur

Schäfer fordern weiter vom Kreis Wesel Abschuss des Wolfes

Ein Wolf steht im Wald bei Hünxe. Sabine Baschke gelang dieses seltenes Foto.

Ein Wolf steht im Wald bei Hünxe. Sabine Baschke gelang dieses seltenes Foto.

Foto: Sabine Baschke / dpa

Hünxe/Schermbeck.  Das geht aus der Stellungnahme von Schäfer und Schafhalter am Niederrhein hervor. Die Kreisverwaltung hatte die Tötung von Gloria abgelehnt.

Das Zusammenleben von Wölfen und Weidetierhaltung steht auf dem Spiel. „Eine der übergriffigsten Wölfinnen Deutschlands, GW954f, darf vorerst nicht getötet werden. Der Kreis Wesel hat den Eilantrag eines betroffenen Schafhalters, nach Rücksprache mit dem Ministerium, auf Abschuss des Wolfes nach drei Monaten Bearbeitungszeit abgelehnt.“ So ist es in der gemeinsamen Stellungnahme des Bundesverbands Berufsschäfer und des Schafzuchtverbands Nordrhein-Westfalen zu lesen Die Ablehnung werde zurzeit im Auftrag des Schäfers juristisch geprüft.

Die Risse an Weidetieren durch GW954f seien minutiös dokumentiert. In vielen Fällen übertraf der dabei vorhandene Herdenschutz die behördlichen Anforderungen. „Die zuständige Landesministerin Ursula Heinen-Esser erklärte im WDR-Stadtgespräch vom 27. Juni 2019, ein Wolf sei verhaltensauffällig, sofern er einen Stromzaun von 120 Zentimetern überspringe.

Das entspricht den Ergebnissen neuerer Studien.“ Die Schweizer Behörde Agridea habe in Feldversuchen gezeigt, dass Wölfe typischerweise Zäune untergraben. Das Überspringen von Einfriedungen sei untypisch und somit auffällig.

Im Fall von GW954f gebe es mehrere Nachweise für das Überspringen von Zäunen, aber keinen für das Untergraben. „Dass es zwischen Heiligabend und März keine nennenswerten Übergriffe von GW954f auf Weidetiere gab, überrascht nicht. In den betroffenen Gebieten waren die meisten Tiere über diese Zeit eingestallt. Auch 2019 blieb es um GW954f bis zum Frühling ruhig.“

Politik und Behörden in Nordrhein-Westfalen wollten den sachlich gebotenen Abschuss von GW954f anscheinend vermeiden. so die Schäfer und Schafhalter. Sie erhöben mit jedem Übergriff neue, zunehmend absurde Einwände gegen die Wirksamkeit von vorhandenem Herdenschutz.

„Dabei widersprechen sie sich zum Teil selbst. So wurden wolfsabweisende Zäune nach einem Riss für untauglich erklärt, obwohl die Fachbehörde sie bei einem Ortstermin abgenommen hatte.“

Die geforderte tägliche Aufstallung von Schafen zum Schutz vor Wölfen sei nicht artgerecht. Es gebe zudem keine ausreichenden Stallplätze.

Ernste wirtschaftliche Lage

Schließlich wäre im Sommer durch die herangewachsenen Lämmer der Raumbedarf mehr als doppelt so hoch. Die wirtschaftliche Lage der Schafhaltung sei ernst, der Bau neuer Stallungen kaum zumutbar. Die notwendigen Baugenehmigungen würden nur selten erteilt.

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