Nachruf

Schermbeck in Trauer – „Mr. Gahlen“ Gerd Becks ist tot

Sein Lachen und seine Späße wird man nicht nur in Gahlen vermissen:  Gerd Becks starb im Alter von 77 Jahren.

Sein Lachen und seine Späße wird man nicht nur in Gahlen vermissen: Gerd Becks starb im Alter von 77 Jahren.

Foto: Petra Bosse / NRZ

Schermbeck.  Das Urgestein starb am Montag im Alter von 77 Jahren. Er war ein Tausendsassa - mit dem Schalk im Nacken und einem Lächeln im Gesicht.

Gahlen trägt Trauer. Am Montag hat Gerd Becks nach langer Krankheit die Augen für immer geschlossen.

Der 77-jährige Gahlener war ein Mann, den man aufgrund seines unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatzes auch „Mr. Gahlen“ nannte und dessen Spuren überall im Dorf zu finden sind. Im Dezember 2019 erhielt er von Landrat Ansgar Müller den Bundesverdienstorden.

„Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es mir gut geht,“ sagte er damals und fügte hinzu „aber ich hoffe, dass ich bald wieder aktiv werden kann“. Seine Dankesworte beendete er beim Festakt mit der letzten Strophe des Gahlener Heimatliedes: „Mut ick emal sterwen, Broer, dinne Hand, söllt i mi begrawen an de Lippe Strand, dor, bor minne Ahnen fünden lesste Roh; dann sin ick in Gohlen, ümmer, ümmerto.“ Dieser Wunsch wird im natürlich erfüllt.

Am Freitag wird er um 15 Uhr nun zu seiner letzten Ruhestätte getragen.

Auch Presbyter und Küster

Fast jeder im Ort kannte ihn, den sympathischen grauhaarigen Senior mit dem Schalk im Nacken und einem Lächeln im Gesicht.

Becks wurde im Jahr 1943 in Gahlen als jüngster von drei Brüdern geboren. 1980 wurde er Presbyter. Ab 1986 war er 22 Jahre lang als Küster tätig.

Die ehrenamtliche Einsatzbereitschaft des Verstorbenen füllt eine lange Liste. Seit den 60er Jahren lebte er aktiv die Tradition des Schützenwesens, war dort 20 Jahre lang Kassierer, wurde Ehrenmitglied und gründete vor einigen Jahren – aus einer Schnapslaune heraus – die 4. Kompanie der Frauen. Was wäre der Schafsmarkt der „Brucher Junggesellen“ ohne die launigen Sprüche von Gerd Becks?

Er war Fußballspieler im TuS und dort auch Trainer. Als Nikolaus brachte er liebevoll die Kinderaugen zum Glänzen, die Laienspielschar kam ebenfalls nicht ohne seinen trockenen Humor aus.

Für den Erhalt der plattdeutschen Sprache setzt er sich mit einer AG in der Grundschule ein.

Als Mitglied der „Rentnertruppe“ im Heimatverein hatte er sich der regelmäßigen Pflege und Reinigung der Grünanlagen im Dorf verschrieben.

Jahrzehntelang im Kirchenchor

Mehr als 50 Jahre lang sang Gerd Becks im Kirchenchor und war dort Notenwart. Außerdem war er Vorsitzender des VdK.

2013 erhielt er die Ehrenamtsmedaille der Gemeinde Schermbeck.

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