Hilfsaktion

Schermbecker suchen Paten, damit Kinder zur Schule gehen

Damit die Kinder zur Schule gehen können, suchen Schermbecker jetzt Paten für sie.

Damit die Kinder zur Schule gehen können, suchen Schermbecker jetzt Paten für sie.

Foto: Foto: Privat

Schermbeck/Ponugodu.  In der Heimat des Schermbecker Pastors Xavier Muppala sind einige Familien zu arm, um ihre Kinder zur Schule zu schicken. Schermbecker helfen

Seit drei Jahren erhalten die Menschen in Ponugodu/Indien aus Schermbeck auf vielfältige Art ganz konkrete Hilfe zur Selbsthilfe. Als im November 2017 eine Schermbecker Gruppe von ihrer Indienreise nach Hause fuhr, war schon auf der Fahrt zum Flughafen klar: „Wir müssen und wollen hier helfen“, erinnern sich Barbara Stender und Barbara Böing an ihre spontanen Gedanken, die die Reisenden nicht mehr los ließen.

Die herzliche Gastfreundschaft der unglaublich armen Bevölkerung rührte die Schermbecker, so dass diese – kaum zuhause angekommen – auch schon zur Tat schritten. Sie gründeten das Projekt „Starke Frauen“. Es befasst sich mit der Verbesserung der sozialen, wirtschaftlichen, politischen und gesetzlichen Stärke von Frauen.

Die Schulkinder in Ponugodu haben die Schermbeckerinnen seit Anfang des Jahres besonders im Blick. Barbara Böing und Barbara Stender wissen, dass Bildung in Indien Geld kostet und viele Familien aus dem Heimatdorf Pastor Xaviers den Schulbesuch nicht finanzieren können. Die Coronapandemie hat die Situation noch einmal verschärft, denn: „Viele Familien sind arbeitslos geworden“, berichtet der indische Pastor Xavier „Sehr stark betroffen sind die Tagelöhner und Wander-Arbeiter, da ihr Lebensunterhalt abhängig ist von täglicher Arbeit. Sie bangen um ihre Existenz.“

So entwickelten die beiden Frauen Anfang des Jahres die Idee, Patenschaften zu vermitteln. Drei Pastöre aus dem Ort suchten 40 Kinder aus den ärmsten Familien aus, die mit 25 Euro monatlich unterstützt werden sollen. Damit werden die Schuluniformen und die Materialien bezahlt.

Paten können „ihre“ Kinder auch besuchen

Das Geld kommt 1:1 bei den Familien an: „Das wird überprüft“, betonen Stender und Böing, wobei Barbara Stender versichert, einmal im Jahr rüber zu fliegen und nach dem Rechten zu schauen. In englischer Sprache kann ein Briefkontakt zum Patenkind aufgebaut werden und wer Lust hat, kann „sein“ Patenkind vor Ort auch besuchen.

„Über dem Nähzentrum gibt es jetzt eine Wohnung“, berichtet Barbara Stender. 29 Paten wurden bereits gefunden, für elf Kinder werden noch Paten gesucht. Von den Kindern gibt es einen Ordner mit Fotos und dem Steckbrief der Familie, damit jeder potenzielle Pate etwas über die Lebensumstände des Kindes erfährt. Zu den Hilfsprojekten gehört auch ein errichtetes und im Herbst 2018 fertig gestelltes Nähzentrum, in dem Frauen das Nähen erlernen. Damit können sie einen wichtigen Beitrag zum Lebensunterhalt ihrer Familie leisten.

Am Ende können die Frauen die Nähmaschinen behalten

Knapp ein halbes Jahr dauert die Ausbildung von jeweils zehn Frauen. Am Ende dürfen die Näherinnen die Maschine, an der sie gelernt haben, mit nach Hause nehmen. Die Ausbildung ist nicht konfessionsgebunden.

Viele einzelne Spender, die regelmäßig Geld überweisen, sporadische Spender, sowie der Lions Club Wesel ermöglichen es die laufenden Kosten für Lehrerin, Hausmeister, Helfer, Strom und neuen Maschinen, die 150 Euro kosten, zu decken. Barbara Stender reist seit 2017 einmal im Jahr in die Heimat von Pastor Xavier. Im November 2019 und im Februar 2020 wurden 500 Mädchen und Jungen mit Schultaschen ausgestattet.

Kontakt und Information über die Patenschaft

Wer eine Patenschaft für ein Kind übernehmen möchte, kann sich mit Pastor Xavier Muppala in Verbindung setzen, 0151 50409464. Ansprechpartnerinnen sind auch Barbara Böing, 0151 58 74 09 49, und Barbara Stender 0171 47 901 78.

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