Leidenschaft

Schermbeckerin betrachtet die Welt durch das Kameraobjektiv

Laura Jungblut in ihrem Fotostudio in Schermbeck. Die junge Fotografin studiert und hat sich selbstständig gemacht.

Foto: Markus Weissenfels

Laura Jungblut in ihrem Fotostudio in Schermbeck. Die junge Fotografin studiert und hat sich selbstständig gemacht. Foto: Markus Weissenfels

Schermbeck.   Laura Jungbluts Leidenschaft ist die Fotografie. Die Dammerin hat eine Ausbildung gemacht und danach ein Studium in Düsseldorf begonnen.

„Augen zu, das geht gar nicht“, sagt Laura Jungblut über einen Fehler bei missglückten Bildern. Die 25-Jährige weiß als gelernte Fotografin, wovon sie spricht. Im Juni 2015 hat sie als Gesellin ihre dreijährige Ausbildung in einem Portraitstudio in Haltern am See beendet, danach ein Studium im Fach Kommunikationsdesign in Düsseldorf begonnen.

Portrait- und Produktfotografie

Im Jahr 2011 habe ihr Interesse an der Fotografie begonnen, erinnert sie sich. Einen besonderen Anlass habe es nicht gegeben. „Ich habe mir die Dinge genauer angeguckt“, sagt sie und in ihrer Ausbildung gelernt, in Bildausschnitten zu denken. Eine erste Spiegelreflexkamera hat sie damals zum Geburtstag geschenkt bekommen, kleinere Aufträge aus dem Freundes- und Familienkreis ergaben sich. Auch die zunehmende Bilderflut in den sozialen Medien hat Laura Jungblut fürs Foto interessiert. Ihr Eindruck: „Es gibt viel Schönes, aber auch viel Ähnliches.“

Umfangreich war ihr Ausbildungsstoff: Pass- und Bewerbungsbilder erstellen gehörte dazu, ferner der Umgang mit der Kamera, das Arbeiten mit Licht und mit Photoshop, zum Beispiel bei der Hautretusche. Den Porträtierten richtig zu positionieren sei sehr wichtig, sagt sie. Auch das Entwickeln eines Negativstreifens hat sie noch gelernt, aber sie arbeitet durchweg digital.

Lässt sie sich selbst gern fotografieren?

„Viele Leute sind verkrampft“, hat Laura Jungblut festgestellt, wenn sie fotografiert werden sollen. Lässt sie sich selbst gern fotografieren? „Es kommt drauf an“, antwortet die 25-Jährige und lacht. Aber grundsätzlich fühle sie sich hinter der Kamera wohler.

Seit zwei Jahren ist die Dammerin neben ihrem Studium selbstständig tätig, hat dafür ein Kleingewerbe angemeldet. Kommt ihr die Ausbildung an der Uni zugute? „Ich kenne die Grundlagen“, stellte sie fest, denn in ihrem Fach spielt auch die Fotografie eine Rolle. Neben der Portrait- gebe es die Produktfotografie, erklärt sie und betont: „Beides ist anspruchsvoll.“

Nach dem Diplom möchte sie in einer Werbeagentur arbeiten

„Die Person muss locker werden“, das sei der Schlüssel für ein gelungenes Portrait. Sie versuche beim Termin, mit dem Kunden „eine freundschaftliche Ebene aufzubauen“. Etwas Zeit sollten die Leute mitbringen. Bei manchen gelinge es aber sehr schnell. Und: „Viele können nicht mit den Zähnen lachen.“ Dann wirke das Lächeln künstlich.

Eine der Klassikerfragen an Fotografen – lieber Farbe oder Schwarz-Weiß – beantwortet Laura Jungblut so: „Ich bin eher für Farbe.“ Bei der Aktfotografie sei aber Schwarz-Weiß eleganter. „Das liebe ich total, mit Gegenlicht zu arbeiten“, verrät sie ein Faible. Auch die bewusst gesetzte Unschärfe sei ihr wichtig. Als berufliches Vorbild nennt sie Nina Schnitzenbauer. Sie mache romantische Aufnahmen, oft von Frauen. Nach dem Diplom möchte die 25-Jährige gerne bei einer Werbeagentur arbeiten. Die Fotografie will sie weiterverfolgen. An ihre Aufträge kommt sie über Mundpropaganda und die Zahl der Anfragen steigt. 1000 Fotos pro Hochzeit seien keine Seltenheit, aber das Arbeiten mit den Brautpaaren mache Spaß.

Freude auf das Herbstlicht

Eine Ausstellung mit ausgewählten Aufnahmen kann sich die Dammerin vorstellen. Ihr Fundus wächst, denn sorgfältig pflegt Jungblut ihr Archiv. Aufträge von Kunden löscht sie nie.

Einige neue Aufnahmen könnten bald hinzukommen. Der Herbst mit seiner tief stehenden Sonne biete schönes Licht. Auf die Fotos, die sie in der „Goldenen Stunde“ machen könne, freut sich Laura Jungblut schon jetzt.

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