Schützenbrauchtum international gefeiert

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Wesel.  23 Schützenvereine aus dem Euregio-Verbund, der sich gen Süden bis ins Rheinland und nördlich bis in die Niederlanden zieht, trafen sich am vergangenen Samstag zum Euregio-Schützenfest in Bergerfurth. Dass dieses Brauchtumsereignis mit seiner 30-jähriger Tradition nun erstmals hier gefeiert werden konnte ist Hans-Gerd Nakath von der St.Aloysius-Schützenbruderschaft zu verdanken, der im vergangenen Jahr den Euregio-Vogel abgeschossen hatte.

Nach dem Antreten auf dem Festplatz mit Grußworten und Spielen der Nationalhymnen war das gemeinsame Fahnenschwenken optisches und das gemeinsame Spielen der Musikzüge akustisches Highlight der Festivitäten, bevor es in einem kurzen Umzug durchs Dorf ging.

Für die Schützen selbst sind natürlich die Schießwettbewerbe von besonderem Interesse - und davon gab’s beim Verbundschützenfest gleich mehrere: Zum einen maßen sich junge Schützinnen und Schützen in der Altersklasse „Schüler“. Dabei hatten die niederländischen Vereine eindeutig die Nase vorn. Den ersten Preis und damit den Königstitel sicherte sich Manon Giesen von der Schuttersgilde St. Joris Ulft. Der zweite Preis ging an Senne Benen von der Schuttersgilde Wals Wieken Milt und Dritte wurde Elsa Berendsen von der Schuttersgilde Sint Hubertus Ulft.

Beim Jugendkönigsschießen hingegen konnten sich die Deutschen Nachbarn durchsetzen: Phillip Grüneboom vom BSV Mehrhoog erschoss sich hier den Königstitel, gefolgt von Benedikt Nakath von den Gastgebern aus Bergerfurth auf Platz zwei und Philipp Oostendorp vom BSV Mehr auf dem dritten Platz.

Königinnen „knüppeln“ den Vogel

Eine Besonderheit beim Euregio-Schützenfest ist außerdem das „Vogelknüppeln“ der Königinnen, eine niederländische Tradition, bei der die Königinnen dem Vogel mit Holzknüppeln zu Leibe rücken. Dabei zeigten sich Corinna von Bruck (BSV Rees-Feldmark, Kopf), Nicole Hövelmann (St. Quirinus Millingen, rechter Flügel), Els Bisselink (St. Martinus Megchelen, linker Flügel) und Pia Lehmann (St. Irmgardis Esserden, Schwanz) besonders treffsicher. Den Rumpf jedoch sicherte sich Roswitha Nakath, Ehefrau und Königin des letztjährigen Euregio-Königs Hans-Gerd Nakath.

Neuer König kommt aus Mehr

Besonders spannend wurde es dann beim regulären Königsschießen. Denn die 22 bereits amtierenden Könige kämpften hier nicht nur um einen weiteren Adelstitel, sondern auch darum, wer im nächsten Jahr die Euregio-Feierlichkeiten ausrichten darf. Nach rund zwei Stunden, um 19.15 Uhr war es dann soweit: Der Vogel fiel und die Schützen des BSV Mehr brachen in ohrenbetäubenden Jubel aus, denn ihr König Franz Rauchut ist nun auch Euregio-König, der nächste Schützentag wird in ihrem Dorf gefeiert. Singend trugen sie ihn auf ihren Schultern ins Festzelt, wo das 30. Euregio-Schützenfest am Abend mit Musik und Tanz ausklang.

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