Gastronomie

Selbstheilung im Haus Constanze

Olesja Fuchs dekoriert eine Buddhafigur im Garten. Das Traditionshaus Constanze hat sich gründlich verändert. Foto:Gerd Hermann

Olesja Fuchs dekoriert eine Buddhafigur im Garten. Das Traditionshaus Constanze hat sich gründlich verändert. Foto:Gerd Hermann

Wesel.   Das Ausflugslokal wird Zentrum von „Balance-Recovery“. Für Ausflügler bietet das Restaurant eine abwechslungsreiche Karte.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Wenn am kommenden Samstag das Gasthaus Constanze auch offiziell wieder eröffnet, wird sich mancher Gast wundern: Vor dem Biergarten gibt es Buddha und Ganesha, im Inneren des Ausflugslokals dominieren warmes Gelb und das riesige hölzerne Bild einer Windgöttin, aus einem Stamm geschnitzt, hölzerne afrikanische Kühe, Stoffe und Samtsofas. Ach ja: Essen und Trinken kann man hier nach wie vor, sogar Currywurst steht auf der Speisekarte, aber auch viele leichte Kleinigkeiten mit und ohne Fleisch, mitunter gar vegan. Es ist für jeden etwas dabei.

Befremdlich zunächst der neue Name, der über der Tür prangt: „Balance-Recovery Life-Center Guest House“ heißt die Constanze jetzt. Das hat für Gesprächsstoff gesorgt, offenbar nicht nur in Diersfordt. „Es heißt wir sind eine Sekte“, sagt Olesja Fuchs, „dabei wollen wir das Gegenteil: Menschen sollen wieder selbstständig werden, nicht mehr abhängig sein“.

Seminare in der ganzen Welt

Balance-Recovery ist eine vom Niederländer Wilri Waarlo, einem der vier Investoren und Gesicht der Bewegung, erfundene Art Therapie, er selbst nennt es eine Selbstheilungsmethode, die sich um Liebe, Verständnis und Akzeptanz dreht. Waarlo und Mitinvestor Jakub Endrys reisen um die ganze Welt und bieten Seminare an, inzwischen gibt es international eine Fangemeinde, daher der englische Name. Für sie soll Haus Constanze ein Anlaufpunkt werden.

„Wir wollen Menschen hier wieder auf die Beine helfen“, sagt Olesja Fuchs. Die Constanze soll ein Ort sein, an dem sich die Leute begegnen, unabhängig von Nationalität, Alter oder Religionsangehörigkeit.

So beschäftigt das Haus Mitarbeiter, die sonst auf dem Arbeitsmarkt nicht unterkommen können. Eine Beiköchin mit Behinderung beispielsweise. „Ein junger Mann konnte keine Stelle behalten, obwohl er intelligent ist“, erläutert Fuchs ein praktisches Beispiel ihrer Arbeit. Gemeinsam habe man die Ursachen herausgefunden und behoben.

Ferienwohnungen im Obergeschoss

Seit Mai ist inoffiziell geöffnet und das Quartett hat große Pläne: Gebäude und ein Teil des Grundstücks sind gepachtet, ein anderer Teil samt Scheune gekauft. Hier sollen künftig Balance-Recovery-Seminare angeboten werden, ein Ruhegarten entstehen. Im Obergeschoss über der Gaststube richten Wilri Waarlo und Jakub Endrys derzeit eigenhändig Ferienwohnungen ein. Während der Seminarbetrieb und das Drumherum das Unternehmen tragen, ist die Gastronomie eher Möglichkeit, Arbeitsplätze anzubieten und die eigenen wie die Ausflugsgäste zu versorgen.

„Das Ganze ist Wilris Idee“, sagt Olesja Fuchs, „sie entstand vor drei, vier Jahren“. Haus Constanze habe das Quartett vorher nicht gekannt, aber mit der schönen Architektur, dem Garten und der Scheune eigne es sich gut. Und die Pläne gehen weiter: „Unser Ziel ist es, ein Franchise-Unternehmen zu werden.“ Wer Informationen zur esoterischen Basis sucht, findet sie im Internet unter www.balance-recovery, unter www.haus-constanze.de aber auch bei youtube, wo Wilri Waarlo und Jakub Endrys samt ihrer Philosophie zu erleben sind. Olesja Fuchs und ihre Mitarbeiter arbeiten dafür, Balance-Recovery als Therapie anerkannt zu bekommen. „So wie es mit der Akupunktur war.“

Angebot für Ausflügler

Hungrige Ausflügler müssen sich damit nicht unbedingt auseinandersetzen, wie gesagt: Man kann auch einfach hier essen gehen. Sie finden „Stille-Center und Ruheort“, also die Gastronomie, mittwochs und donnerstags von 11.30 bis 19 Uhr geöffnet, freitags bis 22 Uhr und am Wochenende ab 10 Uhr. Die Küche schließt gegen 20 Uhr.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben