Senioren Hamminkeln

Senioren-Union Hamminkeln: 25 Jahre und kein bisschen leise

Heinz Breuer, Klaus Frede, Bernd Große-Holtforth und Peter Mellin (von links) ließen 25 Jahre  Senioren-Union Hamminkeln Revue passieren. Am 5. Juli wird auf Schloss Ringenberg gefeiert.

Heinz Breuer, Klaus Frede, Bernd Große-Holtforth und Peter Mellin (von links) ließen 25 Jahre Senioren-Union Hamminkeln Revue passieren. Am 5. Juli wird auf Schloss Ringenberg gefeiert.

Foto: Arnulf Stoffel / FFS

Die Senioren-Union Hamminkeln feiert ihr Jubiläum. Von Anfang an war klar: Nur Kaffeetrinken ist ihre Sache nicht. Die Aktiven mischen sich ein

Hamminkeln. Für die Hamminkelner Senioren-Union ist 2019 ein besonderes Jahr: Sie feiert ihr 25-jähriges Bestehen – am 5. Juli auf Schloss Ringenberg. 1993 lud Bürgermeister Heinrich Meyers, seinerzeit Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes, Christdemokraten über 60 Jahre ins Gasthaus Majert ein, um für die Senioren-Union (SU) zu werben. Franz Sevens, den Weseler Kreisverbandsvorsitzenden, hatte er mitgebracht.

Ihr Vorschlag: Einen SU-Gemeindeverband in Hamminkeln gründen. Peter Mellin, langjähriger Vorsitzender und heute Ehrenvorsitzender, erinnert sich noch gut. Er meldete sich, ebenso Georg Schwab und weitere. Ein Jahr später gründete sich der eigene Verband, 1994, vor 25 Jahren. Und Mellin war damals schon klar: „Nur Kaffeetrinken , das kam für uns nicht in Frage.“

Anfangs war das politische Engagement nicht sehr willkommen

Die Älteren wollten sich auch politisch einbringen. „Anfangs war das nicht so willkommen“, sagt Mellin und schmunzelt. Doch die Senioren- Union setzte sich durch ihre schiere Zahl durch: Schnell waren es 100 Mitglieder, später in Mellins Amtszeit 256.

Eine Macht, die niemand einfach übersehen konnte. Wohnen im Alter ist und war ein Thema, die fehlenden Pflegeeinrichtungen, Senioren im Verkehr, Kriminalität. An der Entstehung des Christophorus-Hauses hatte die SU einen großen Anteil, sagt ihr heutiger Vorsitzender Heinz Breuer. Alle Ortsteile sollten einbezogen werden. Doch seinerzeit waren die einander nicht grün. „Wir haben die Mitglieder mit Bussen in die anderen Ortsteile gefahren“, erinnert sich Mellin. Dingdener nach Mehrhoog, beispielsweise. Und die waren überrascht, dass es dort gar nicht so schlecht ist...

Das CDU-Parteibuch ist nicht Voraussetzung für eine Mitgliedschaft

Jeden Mittwoch treffen sich die Aktiven – das CDU-Parteibuch ist keine Voraussetzung, nur rund die Hälfte der heute 212 haben eines. Dann wandern sie oder radeln. Im Anschluss steht ein gemeinsames Frühstück. Mehr als 60 haben in dieser Woche gestern daran teilgenommen. Politisch sind sie immernoch – einmal im Jahr kommt der Bürgermeister auch jetzt noch, obwohl Romanski SPD-Mann ist. Mitglieder der SU haben Sitz und Stimme in diversen CDU-Gremien, Hamminkeln stellt den stärksten SU-Verband im Kreis Wesel. Dennoch: Beim Thema Einfluss auf Stadtverband und Fraktion sieht Heinz Breuer noch „Luft nach oben“.

Sport, Kultur, Reisen, Computer und sehr viel mehr

Radfahren, Theaterbesuche, Reisen, viel Geselligkeit steht auf dem Programm. Und sogar Computerkurse, „viele Senioren möchten ihren Kindern und Enkeln Mails schreiben“, erläutert Bernd Große-Holtforth, der die Kurse begleitet. Seniorensport im Christophorus-Haus gibt es ebenfalls, „Bewegung ist gut für den Körper und der Kopf bleibt frisch“, sagt Mellin. Er ist 88 Jahre alt und mit dem Fahrrad zum Gespräch gekommen. Jahrelang hat er Kindergärten und Schulen besucht, um den Kleinen Kräuter und Feldfrüchte näher zu bringen. Das kann er körperlich nicht mehr und sucht Nachfolger.

SU-Aktive helfen in der Kleiderkammer der Caritas in Dingden. Klaus Frede macht das seit fünf Jahren. „Anfangs haben die Damen uns Männern nicht die Hand gegeben, das war undenkbar. Heute drücken sie uns ihr Kind in den Arm, während sie sich umziehen. Es hat sich viel getan und es ist, als ob sie schon immer hier bei uns lebten.“

Junge Alte gesucht, die sich engagieren wollen

Ein Problem hat die Senioren-Union. „Wir kriegen die 60-Jährigen nicht“, sagen Breuer und Mellin. Die Hälfte der Mitglieder ist älter als 80 Jahre. Die jüngeren Rentner schieben das Thema Senioren noch weit von sich – oder haben sich nie ehrenamtlich engagiert, finden daher nur schwer Zugang. Doch der SU-Vorstand ist zuversichtlich, „da ist noch Leben drin“, sagt Klaus Frede. Wieviel, das zeigt eine Broschüre, die die SU im Jubiläumsjahr herausgebracht hat.

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