Rosenmontagszug

Seniorenheim stellt eigenen Karnevalswagen in Wesel

Die Prinzengarde besuchte das Willibrordi-Seniorenheim. Einige Bewohner dürften sogar

Foto: Gerd Hermann

Die Prinzengarde besuchte das Willibrordi-Seniorenheim. Einige Bewohner dürften sogar Foto: Gerd Hermann

Wesel.   Mitarbeiter des Altenheims bauen schon an dem Mottowagen. Darauf sollen bis zu 15 Senioren Platz finden und den Zug aus nächster Näher erleben.

Karneval ist ein Fest für alle Generationen – auch ältere Jecken möchten an Rosenmontag ihren Spaß haben. Darum haben sich 31 Mitarbeiter des Altenheims am Willibrordiplatz etwas ganz Besonders für ihre Bewohner einfallen lassen. Im nächsten Jahr werden bis zu 15 von ihnen auf einem eigenen Karnevalswagen mit Livemusik den Weseler Rosenmontagszug erleben. Am Samstagnachmittag wurden die ersten Bilder des Wagens im Rahmen der Eröffnung der fünften Jahreszeit bei Kaffee und Kuchen präsentiert.

Auf diesen Moment haben Projektleiter Wolfgang Schneider und sein fleißiges Team monatelang hingearbeitet. Jeden Samstag haben sie sich beim Obrighovener Bauern Schmäh getroffen, der ihnen einen Platz für den Wagen zur Verfügung gestellt hat. In der Präsentation zeigt Ulla Schumacher, die ebenfalls zum Karnevalswagen-Team gehört, im roten Mottoshirt den Weg des gebrauchten Wagens im Saloon-Design von Menzelen nach Obrighoven und erzählt: „Das war manchmal gar nicht so einfach, wir konnten ja nur im Schneckentempo über den Rhein fahren.“

Je oller, je doller

Irgendwie haben sie es dann aber dank ausgeliehenem Trecker doch geschafft und die Umgestaltung konnte beginnen: „Da hieß es: Tapeten abreißen, neu tapezieren, streichen und dekorieren.“ Mittlerweile hat der 7,5 Meter lange Wagen eine rot-weiße Seite mit lustigen, bunten Clowns, dem Motto „Je oller, je doller“ als Schriftzug und dem besonders filigranen Logo des Altenheims. Von innen soll der Wagen wie ein Wohnzimmer aussehen, buntgemusterte Gardinen hängen schon. Die Bewohner, die später darin durch Wesel fahren, bekommen dazu passende Ponchos.

Diese Ideen und Bilder vom liebevollen Design ernten begeisterten Applaus der anwesenden, karnevalsvernarrten Bewohner. Die andere Seite muss nun bis Rosenmontag fertiggestellt werden. Finanziert haben die Mitarbeiter das Vorhaben fast komplett in Eigenregie. Projektleiter Wolfgang Schneider betont: „Die Arbeit im Team hat super funktioniert. Alle waren immer sehr engagiert.“ Und Ulla Schumacher fügt hinzu: „Es hat auch allen viel Spaß gemacht.“

Viele Bewohner waren selbst Karnevalisten

Die Idee kam ihnen nach der Karnevalsfeier im letzten Jahr. Seit 27 Jahren wird im Altenheim am Willibrordiplatz Karneval mit einer Sitzung gefeiert, „es hat immer einen hohen Stellenwert bei uns“, wie Ulla Schumacher berichtet. Heimleiterin Elke Kühnen ergänzt: „Viele Bewohner waren früher selbst Karnevalisten.“ Für die musikalische Begleitung während des Zugs sorgt Theo Goch, der seit Jahren die Sitzungen mit Musik untermalt.

Doch mit der Präsentation des Wagens sind die Feierlichkeiten am Samstag noch nicht vorbei. Als kleine Überraschung für die betagten Jecken marschiert die Prinzengarde mit Spielmannszug ein und beim Aufwiegen von Wolfgang Schneider werden der Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses, Rainer Rabsahl, und der Bereichsleiter für Senioreneinrichtungen, André Gorres, zur Kasse gebeten. In jedem Fall beweisen die Bewohner und Mitarbeiter des Altenheims am Willibrordiplatz, dass Karnevalsgeist kein Alter kennt.

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