Demographie

Seniorenmesse in Wesel präsentierte Möglichkeiten im Alter

Bei der Seniorenmesse im städtischen Bühnenhaus präsentierten Aussteller ihre Angebote, die den Alltag älterer Menschen erleichtern können.

Foto: Erwin Pottgiesser

Bei der Seniorenmesse im städtischen Bühnenhaus präsentierten Aussteller ihre Angebote, die den Alltag älterer Menschen erleichtern können. Foto: Erwin Pottgiesser

Wesel.   Die erste Weseler Seniorenmesse im Bühnenhaus zeigte Möglichkeiten auf, wie man auch im Alter noch mobil und selbstbestimmt bleiben kann.

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Diverse Gesundheitsunternehmen, Institutionen und Firmen hatten sich mit ihren Informationsständen im Foyer des Bühnenhauses platziert, um über ihre Produkte und Angebote im Rahmen der ersten Weseler Seniorenmesse zu informieren.

Offiziell eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Geschäftsführer von Pro Homine, Dr. Dieter Morlock. Er verwies darauf, wie grundlegend sich unsere Vorstellungen vom Alter gewandelt haben. „Die Menschen werden heute so alt wie nie und für die Generation 50 plus wurde der ‘Best Ager’ erfunden.“

Ganzheitliche Konzepte für alte Patienten

In der Medizin habe es lange gedauert, bis sich die Altersmedizin, die Geriatrie, als eigenständige Fachrichtung durchgesetzt habe. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung seien aber ganzheitliche Konzepte gefragt, die den alten Patienten in seiner Krankheit, seinen Funktionsstörungen aber auch in seinen Ressourcen begreifen und zu behandeln verstehen. Er verwies auf das Alterstraumatologische Zentrum am Marien-Hospital, das sich natürlich auch mit seinem Angebot darstellte.

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp sprach von einem „beeindruckenden und vielfältigen Angebot“ für ältere Menschen, das sich ständig weiterentwickele. „Meine eigene Großmutter ist 104 Jahre alt geworden“, sagte sie. „Das ist es wohl, was die meisten Menschen anstreben: Alt zu werden und dabei so lange wie möglich selbstbestimmt, selbstständig und aktiv zu bleiben.“

Wetter schreckte Besucher ab

„Alt werden ist nichts für Feiglinge“, zitierte Gertrud Liman vom Seniorenbeirat Joachim Fuchsberger und auch Cicero, der sagte, das Alter könne größte Freude bedeuten. Es benötige ein differenziertes Altersbild, das die Kompetenzen und Fähigkeiten genauso berücksichtige wie die Verletzlichkeit und die Erkrankungen ab 80.

Den Impuls für die Messe hatten die Mediziner Dr. Levent Özokyay und Dr. Frank Kuczera vom Marien-Hospital gegeben. „Wir haben allein 150 000 Oberschenkelhalsbrüche bei Senioren und davon sind 30 Prozent der über 70-jährigen nach einem Jahr tot“, beschrieb Özokyay als Leiter der Unfallchirurgie die Herausforderung, „interdisziplinäre Angebote zu machen“, um den eigentlichen Bruch und seine Nebenwirkungen wie Bluthochdruck, Zucker oder Parkinson zu behandeln und Menschen ihre Mobilität zu erhalten.

Mobilität ist ein großes Thema im Alter

An den diversen Ständen informierten Anbieter wie das Sanitätshaus Luttermann, die Awo-Seniorendienste, der Seniorenbeirat, das Mehrgenerationenhaus bis hin zum Rehazentrum Dinslaken über die Möglichkeiten, altersgerecht mobil zu leben.

Dabei litt die Seniorenmesse wegen des Schneetreibens und konkurrierender Veranstaltungen unter einem relativ geringem Besuch, so dass auch das Gros der geplanten Fachvorträge ausfallen musste.

Die Feldmarkerin Ingrid Brader war eine der wenigen, die sich an den Ständen informierten. „Das stand in der NRZ – und wenn man sowas mal machen kann, das kriegt man nicht beim Arzt“, sagte die 72-Jährige und ließ sich kostenlos die Halsschlagader kontrollieren.

Test mit dem Altersanzug

Alfred Kehl aus Wesel nutzte die Chance, mit dem Altersanzug „Age man“ mal auszuprobieren, wie es sich anfühlt, wenn man alt ist. „Man fühlt sich eingeengt, es ist alles steifer, man merkt, wieviel Kraft man braucht“, sagte er. Er zeigte sich am meisten beeindruckt davon wie es ist, „wenn man mit dem Kopfhörer nichts mehr hört“. Dabei erinnerte er sich an seinen eigenen Vater, der in den letzten Jahren taub war.

Und Maria Flores nahm mit ihren 86 Jahren eine ganze Reihe positiver Dinge mit nach Hause. „Ich bin blendungsgefährdet, habe hier eine Brille mit dem passenden Filter für mich gefunden.“ Sie entdeckte bei einem Sanitätshaus für ihr Bad daheim anschließend sogar noch ein nützliches Badewannenbrett.

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