Digitalpakt Schule

So planen die Schulen in Wesel ihre digitale Zukunft

 Tablets für jeden Schüler? Schnelles Internet? Smartboards statt Whiteboards? Oder wenigstens ein supermoderner Beamer unter der Decke eines jeden Klassenzimmers?

 Tablets für jeden Schüler? Schnelles Internet? Smartboards statt Whiteboards? Oder wenigstens ein supermoderner Beamer unter der Decke eines jeden Klassenzimmers?

Foto: Foto: imago stock / imago/Pressedienst Nord

Kreis Wesel.  Fördermittel aus dem „Digitalpakt Schule“ in Höhe von einer 1 Mrd € hat die NRW-Regierung angekündigt: Wie planen die Schulen das Geld jetzt ein?

Tablets für jeden Schüler? Schnelles Internet? Smartboards statt Whiteboards? Oder wenigstens ein supermoderner Beamer unter der Decke eines jeden Klassenzimmers? In der vergangenen Woche hat das Landeskabinett NRW die Förderrichtlinie für den so genannten „Digitalpakt Schule“ gebilligt und damit den Weg für die Auszahlung der Fördermittel in Höhe von rund einer Milliarde Euro landesweit frei gemacht. Wie gehen die Städte und Gemeinden jetzt mit dieser Förderankündigung um?

Ab Montag, 16. September können die Schulträger Anträge auf eine 90-Prozent-Finanzierung ihrer guten Projekte stellen. Alle Schulträger der einzelnen Grundschulen und weiterführenden Schulen in Wesel, Schermbeck, Hünxe und Hamminkeln sind nach eigener Aussage ohnehin schon seit einiger Zeit dabei, ihre Schulen für die digitale Zukunft zu ertüchtigen. Jetzt kommen in den vier Städten und Gemeinden noch einmal rund drei Millionen Euro an Zuschüssen hinzu.

Wesel: Standards festlegen

Man müsse beispielsweise für die 16 Weseler Schulen „erst einmal die gemeinsamen Standards festlegen“, erklärt auf Anfrage der NRZ Schuldezernent Rainer Benien. Dabei müsse geklärt werden, was ist förderfähig und was nicht. Die Stadt Wesel soll rund 2,4 Millionen Euro aus dem großen Zuschusstopf bekommen, den das Land im Auftrag des Bundes verteilt.

Die Summe sei ja „überschaubar“, sagt Benien und verweist darauf, dass die Stadt ja schon längst in die digitale Infrastruktur ihrer Schulen investiert habe. Aber neue Digitalpakt-Konzepte aus den Schulen lägen jetzt ebenfalls vor: Mal soll die Infrastruktur, die Netze, ertüchtigt oder ausgebaut werden. Mal sollen neue mobile Endgeräte von den Zuschüssen angeschafft werden. Benien: „Aber jeder muss wissen: Je mehr man macht, desto mehr Support muss man da auch mit in die künftigen Haushalte des Schulträgers einplanen.“ Denn neue Endgeräte des Jahres 2020 seien bereits in ein paar Jahren wieder alt und dann erneuerungsbedürftig - diese Ersatzbeschaffung, angestoßen durch eine einmalige Bundesförderung „Digitalpakt Schule“, müsse man „unbedingt mit einpreisen.“, mahnt der Schuldezernent der Stadtverwaltung Wesel.

Hünxe: 100.000 Euro pro Jahr

In Hünxe kommen drei Grundschulen und eine Gesamtschule in den Genuss eines jetzt angekündigten 415.000-Euro-Einmal-Zuschusses von Bund. Bereits vor zwei Jahren (2017) hat die Gemeinde damit begonnen, die IT-Ausstattung ihrer Grundschulen sowie der Gesamtschule Hünxe zu modernisieren, sagt Klaus Stratenwerth aus der Gemeindeverwaltung. Hierzu standen aus älteren Fördertöpfen (Gute Schule 2020) für die Haushaltjahre 2018 bis 2021 jeweils 100.000 € an investiven Mitteln zur Verfügung. Die neuen Mittel (Digitalpakt Schule) würden jetzt den eingeschlagenen Weg finanziell absichern. In der Gesamtschule Hünxe wurde jetzt flächendeckendes WLAN (zwei getrennte Netze für die Pädagogik und die Verwaltung) errichtet. Nun steht die Aufstockung der Schule mit 25 interaktiven Displays inklusive PCs/Notebooks mit Netzwerkzugang auf der Tagesordnung. Auch sollen jetzt nach Absprache die Grundschulen digitalisiert werden.

Schermbeck: 32 Kilometer Kabel

In der Schermbecker Schullandschaft ist die Lage speziell: Solange nicht geklärt sei, wie künftig mit der Verbundschule (eine Grundschule an zwei Standorten) umgegangen werde, sagt Bürgermeister Mike Rexforth, sei natürlich die Verwendung der Zuschüsse aus dem Digitalpakt Schule (517.000 Euro) auch noch offen. Es würden jetzt im Primarbereich nur Hardware (PC, Tablets) angeschafft. In der Gesamtschule werde mit 500.000 Euro (aus einem alten Fördertopf KP3) in die Netzwerkverkabelung des Gebäudes (u.a. 32 Kilometer Kabel) investiert. Der Digitalpakt Schule werden dann später hilfreich sein, um diese Gesamtschule gemäß ihrem Medienkonzept modern auszustatten. Rexforth: „Das Geld hilft, reicht aber nicht aus“. Erst recht nicht bei den zwangsläufig auslaufenden Personal-Folgekosten für die Betreuung, Wartung und Beschaffung der neuen digitalen Welt.

Hamminkeln: Städtischer Medienentwicklungsplan

630.000 Euro werden aus dem „Digitalpakt Schule“ nach Hamminkeln fließen - ein Zuschuss, den man auch dort vor Ort gut gebrauchen kann. Seit eineinhalb Jahren, sagt Rita Nehling-Krüger aus der Stadtverwaltung, befinde man sich für die fünf Grundschulen und die Gesamtschule in intensiver Beratung und Vorbereitung, in enger Zusammenarbeit mit der Medienberatung NRW. Alle Schulen hätten Medienkonzepte erarbeitet, die nun in einen städtischen Medienentwicklungsplan einfließen sollen. Nehling-Krüger: „Wir werden dann in einem ersten Schritt in die Erneuerung beziehungsweise in die Ertüchtigung der vorhandenen, veralteten Netzwerke investieren.“

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