Regionalplan-Entwurf

SPD sieht „Affront“ gegen die Stadt Wesel

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Foto: Markus Weissenfels

Wesel.   Im Regionalplan-Entwurf fehlen Gewerbe- und Baugebiete. Dafür sind laut SPD überflüssige Auskiesungsflächen vorgesehen. Das soll geändert werden.

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Der aktuelle Regionalplanentwurf hat aus Weseler Sicht einige Überraschungen zum Vorschein gebracht: So kommen zum Beispiel die geplanten Gewerbegebiete an der Rudolf-Diesel-Straße und an der Alten Hünxer Straße nicht vor, dafür sind in Obrighoven und Lackhausen unerwartete Reserveflächen für die Auskiesung vorgesehen. Und ein vor Jahren als Kraftwerkstandort anvisierte Fläche am Rhein in Bislich-Vahnum kommt jetzt als Natur- und Vogelschutzgebiet vor, obwohl es dort seit Jahren Pläne für ein Hochwasserschutzprojekt gibt. Für die SPD sind diese und weitere Festlegungen nicht hinnehmbar.

Die Fraktion hat nun einen Vorschlag für eine Stellungnahme erarbeitet, in dem alle Kritikpunkte aufgelistet sind. Ludger Hovest und Norbert Meesters hoffen, dass dieser bei den anderen Fraktionen auf Zustimmung stößt. „Natürlich sind wir für weitere Anregungen offen“, versichert Hovest. Bis Ende Februar muss die Stellungnahme beim RVR vorliegen, damit die Bedenken Beachtung finden.

Unnötige Auskiesungsflächen als Taktik?

Kurz vorher, wünscht sich die SPD, soll der Stadtentwicklungsausschuss in einer Sondersitzung die endgültige Version der Weseler Einwände beschließen. Zu den Punkten, die den Sozialdemokraten sauer aufstoßen, gehört die dringend notwendige Ausweisung von Gewerbegebieten für kleinere und mittlere Betriebe. Hier fehlen im Planungsentwurf des RVR sowohl die Fläche am Kanal nahe des Autohauses Wellmann sowie die Erweiterung an der Rudolf-Diesel-Straße. Beide gehören unbedingt in den Regionalplan, so die beiden Sozialdemokraten. Außerdem sind Wohnbauflächen in Lackhausen (östlich vom Schwan) und in Blumenkamp gestrichen worden.

Kritik übt die SPD auch an der Ausweisung von Auskiesungsflächen: Anstatt neue Gebiete ohne die notwendige Infrastruktur für die Abgrabung einzuplanen, möchte die SPD lieber bestehende Auskiesungsareale erweitern. Daher sollen nicht Obrighoven und Lackhausen, sondern die Erweiterung in Ginderich-Pettenkaul in den Plan aufgenommen werden. Norbert Meesters sieht bei der Planaufstellung eine Taktik des RVR-Planers Martin Tönnes: „Die bringen die Menschen durch die unnötige Ausweisung neuer Gebiete auf den Baum, um die Auskiesung zu verhindern.“

Deich muss dringend saniert werden

Dringend geändert werden muss der Planentwurf aus Sicht der SPD auch für den Bereich Bislich-Vahnum: Dort ist mit Blick auf ein vor Jahren geplantes Kraftwerk mit Hafen der Deich nicht saniert worden. Das Kraftwerk ist längst Geschichte, statt dessen gibt es dort Pläne für ein so genanntes „integriertes Hochwasserschutzprojekt“. Das heißt, die Fläche am Rhein nahe der Abgrabungsfläche Vissel-Süd soll ebenfalls ausgekiest und der Deich durch das Unternehmen in Richtung Straße zurückverlegt werden.

So entstünde ein Retentionsraum bei Hochwasser. Hovest: „In NRW gibt es keine zweite so große Fläche“. Im Plan ist das Auskiesungsgebiet jedoch nicht enthalten. Für Ludger Hovest ist das angesichts jahrelanger Diskussionen mit Land und RVR ein „Affront gegen die Wünsche der Stadt Wesel“. Gerade mit Blick auf den maroden Deichabschnitt müsse etwas passieren, „sonst laufen Bislich und Rees voll“.

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