SPD-Antrag

SPD: Stadt Wesel soll alle 6600 Straßenlaternen kaufen

Die Straßenlaternen am Mölderplatz könnten parkenden E-Autos als Ladesäule dienen. Die SPD möchte, dass die Stadt alle Weseler Laternen kauft.

Die Straßenlaternen am Mölderplatz könnten parkenden E-Autos als Ladesäule dienen. Die SPD möchte, dass die Stadt alle Weseler Laternen kauft.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Wesel.  Die Sozialdemokraten beantragen den Erwerb der Weseler Straßenlaternen. Ein Teil von ihnen soll anschließend als Ladesäule umgerüstet werden.

2019 hat die Stadt das Stromnetz in Wesel gekauft und gemeinsam mit Innogy eine Stromnetzgesellschaft gegründet. Nun setzt sich die SPD dafür ein, dass die Stadt Innogy auch noch die gut 6600 Straßenlaternen abkauft. Die Sozialdemokraten erhoffen sich davon einen Gewinn vor allem für den Klimaschutz: Die Laternen sollen mit energiesparenden Leuchtstoffen ausgestattet werden. Einige von ihnen sollen zusätzlich als Ladesäule für Elektrofahrzeuge ausgerüstet werden.

So soll es besonders für die Menschen in der Innenstadt attraktiver werden, sich ein E-Auto zu kaufen, argumentiert SPD-Chef Ludger Hovest. Denn gerade die Bewohner der City verfügen zumeist nicht über eine eigene Garage, in der sich eine Ladestation installieren lässt, sondern parken ihre Fahrzeuge auf öffentlichen Flächen wie dem Mölderplatz – oft nahe einer Laterne.

Straßenlaternen mit Steckdose für Elektroautos gibt es in mehreren Städten

Straßenbeleuchtung, die mit einer Steckdose für E-Mobilität (Autos und Fahrräder) ausgestattet sind, gibt es bereits in mehreren Städten, berichtet Norbert Meesters. Dortmund hat beispielsweise mehr als 500 davon, sogar Hamminkeln hat bereits eine. Bürger können an ihnen Strom tanken und bargeldlos bezahlen. So würde Elektromobilität gefördert.

In Wesel gebe es derzeit nur etwa 20 Ladesäulen, die mit Anschaffungskosten von rund 50.000 Euro zudem noch recht teuer sind, so die SPD. Mit den neuartigen Laternen ließen sich Ladestationen günstiger realisieren.

Kauf der Straßenlaternen wäre 2023 möglich

Zumindest dort, wo es technisch machbar ist, sollten diese Laternen installiert werden. Eine Kostenrechnung und Umsetzungsmöglichkeiten möchte die Fraktion von der Stadt erstellt haben. Offen lässt die SPD, ob die Stadt selbst oder die Töchter (Stadtwerke oder Stromnetzgesellschaft) die Laternen übernehmen. Möglich wäre das ab dem Jahr 2023, da dann der Beleuchtungsvertrag ausläuft. Einige Hunderttausend Euro, schätzt Hovest, werde der Erwerb kosten.

Sparen könne die Stadt auf der anderen Seite durch die energiearme Umrüstung der Laternen und ein „intelligentes Beleuchtungsystem“, das zum Beispiel dort, wo es möglich ist, die Lichtstärke nachts herunterdimmen kann.

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